„Aufbruch in Fremde Welten“ für Jedermann!
Vorträge zur Fantastik-Forschung an der Universität Hamburg
„Warum sind Twilights Edward und Bella so unwiderstehlich? Wie prägt Fantasy unsere Kinder? Welche Rolle spielen die Medien? Und wie wirkt sich dies auf unsere Alltags-wahrnehmung aus? Formt fantastisches Denken vielleicht sogar das Bild unserer Städte? Welche Perspektive haben Theologie und Soziologie auf die Phänomene der Fantastik?“
Solche und ähnliche Fragen beschäftigen jetzt nicht länger nur Fans, sondern nun auch Wissenschaftler.
Letztes Jahr gründete sich die „GFF – Gesellschaft für Fantastik-Forschung“ in der Fakultät der Hansestadt. Ihr Zweck: wissenschaftliches Reflektieren über die Erscheinungsformen der Fantastik, interdisziplinär über die Sparten der Geistes- und Sozialwissenschaften hinweg. Dazu gibt es jährlich einen internationalen Kongress an verschiedenen Veranstaltungsorten (dieses Jahr z.B. in Salzburg), demnächst eine Zeitschrift zum Thema und Sonderveranstaltungen.
Als eine der ersten Aktivitäten stellt die GFF zusammen mit der Universität jetzt die Reihe „Aufbruch in Fremde Welten“ im Allgemeinen Vortragswesen des Sommersemesters 2011 vor. Die Koordination haben Lars Schmeink und Julia Gatermann vom Institut für Anglistik und Amerikanistik (IAA), Universität Hamburg übernommen.
Der Startschuss für 16 Ausflüge in das Reich der Fantastik erfolgte am Dienstag, den 12. April 2011 im Hörsaal K des Campus-Hauptgebäudes. Unter dem Titel “Escaping the Influence of Narnia” trug Prof. Dr. Farah Mendlesohn, Middelsex University, London, Wissenswertes über die englische und amerikanische Fantasy- und Phantastik-Literatur zwischen den Weltkriegen vor. Anhand von einigen ausgewählten Büchern stellte sie Strukturen heraus und reflektierte über die Rolle von Kindern in diesen Werken.
Weiter geht diese - auch für die interessierte Öffentlichkeit zugängliche - Vortragsreihe mit folgenden Themen und Terminen:
19.04.2011
Ex-Zentrische Kosmologien: Magischer Realismus in der US-Literatur
Julia Gatermann und Lars Schmeink, Institut für Anglistik und Amerikanistik, Universität Hamburg
26.04.2011
'Das Interessante liegt im Zwischen': Phantasmagorien der Migrationsliteratur
Julia Boog und Kathrin Emeis, Institut für Germanistik II, Universität Hamburg
03.05.2011
"This is the Sibyl's Cave": Prophezeiung und Fiktion in Mary Shelleys The Last Man
Rebekka Rohleder, Institut für Anglistik und Amerikanistik, Universität Hamburg
Re-Vision des Monsters in Mary Shelleys Frankenstein
Daniel Schäbler, Institut für Englische Philologie, Christian-Albrechts-Universität Kiel
10.05.2011
Fantastische Fiktionen in Alltagsgesprächen
Pamela Steen, Institut für Germanistik I, Universität Hamburg
Räume des Phantastischen
Henning Kasbohm, Institut für Romanistik, Universität Hamburg
17.05.2011
Fantastisch und unrealisierbar? Stadtvisionen im 20. und 21. Jahrhundert
Dr. Sylvia Necker, Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg
24.05.2011
Lágrimas de luz / Lichttränen (1984): Über die Dichtung im Krieg fremder Welten. Der Erfolgsroman des Spaniers Rafael Marín.
Prof. Dr. Inke Gunia, Institut für Germanistik II, Universität Hamburg
31.05.2011
Televisionäre Reisen in fantastische Welten
Prof. Dr. Joan Bleicher, Institut für Medienkultur, Universität Hamburg
07.06.2011
Fantastik, Fankulturen und Kommunikation im Netz
Dr. Cornel Sandvoss, Department of Sociology, University of Surrey
14.06.2011
== Pfingstferien ==
Die Sitzung fällt aus.
21.06.2011
Fantastisch? – Der Frobenius-Clan und seine facettenreichen "Eroberungen"
Silke Helling, Historisches Seminar, Universität Hamburg
Die Bibel und das Fantastische
Olaf Seydel und Felix von Gehren, Institut für Praktische Theologie, Universität Hamburg
28.06.2011
Das Lazarusmotiv in der Fantastik - von Wiedergängern, Untoten und Vampiren
Prof. Dr. Hans-Martin Gutmann, Institut für Praktische Theologie, Universität Hamburg
05.07.2011
They Suck: Eine kurze Kultur- und Literaturgeschichte des Vampirs
Ass. Prof. Dr. Clemens Ruthner, School of Languages, Literatures and Cultural Studies, Trinity College Dublin, Irland
12.07.2011
The War on Terror will be Televised: Bush, Science Fiction und das Fernsehen
Prof. Dr. Steffen Hantke, English Department, Sogang University, Seoul, Korea
ZEIT UND VERANSTALTUNGSORT:
12.04.11–12.07.11, dienstags, 18 – 20 Uhr, Hörsaal K, Hauptgebäude, Edmund-Siemers-Allee 1
(Alle Angaben ohne Gewähr)
Der Besuch ist Jedermann zu empfehlen, der keine Berührungsangst mit Wissenschaft hat und einmal schauen will, was aus "ernsthaftem Blickwinkel" heraus die Fantastik ausmacht. Man sollte aber unbedingt des Englischen mächtig sein. Entgegen der Ankündigung, lediglich der erste Vortrag sei in Englisch, beinhalten aber offenbar auch die übrigen Vorträge durchaus große Zitat-Passagen in englischer Sprache. Diese werden nicht übersetzt, sondern deren Verständnis vorausgesetzt.
Informationen von der Universität Hamburg, ummantelnder Text und Fotos von Thomas Kohlschmidt, Fantastik-online, April 2011