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Das Sternenfenster und das Reich Tradom

von Dr. Robert Hector

Das „Sternenfenster“ ist das Tor ins Reich Tradom, eine Welt des Bösen. Ein gnadenloses Regime, Sklavenschiffe, Aufstände, tödliche Katamar-Schlachtschiffe mit Reflektorwaffen und die Inquisition der Vernunft. Über vierhundert Millionen Lichtjahre hinweg greift eine bislang völlig unbekannte Macht nach der Galaxis.

Am 23. Oktober 1311 NGZ entstand im Hayok-Sternenarchipel ein phantastisches Gebilde, das „Sternenfenster“. Der Sternenhaufen Hayok gehörte vor 55 000 Jahren als 21. Tamanium zum Großreich der Lemurer, dessen Rechtsnachfolge Arkon angetreten hat.
9220 Lichtjahre von Terra entfernt tauchten vier mysteriöse Raumstationen auf, drifteten auseinander und endeten in einem exakten Quadrat von 1,8 Millionen Kilometern Kantenlänge, auf einer fiktiven Ebene im All gelegen. Die Stationen bildeten die Eckpunkte des Quadrates. Die Meßwerte des Hyperspektrums stiegen enorm an, ein Strukturbeben von außergewöhnlicher Intensität und Stärke verzerrte das Raum-Zeit-Kontinuum.
Die imaginäre quadratische Ebene verwandelte sich in ein extrem energiegeladenes, fünfdimensional gesättigtes Feld. Die physikalische Beschaffenheit der Ebene ließ sich nicht ermitteln.
Dort, wo die Ebene sich befand, war das Hintergrundbild der Milchstraße und des Hayok-Sternenarchipels verschwunden. Stattdessen blickten die Beobachter auf fremde Sterne.
Die Wissenschaftler glaubten an einen hyperphysikalischen Tunneleffekt. Möglicherweise handelte es sich um eine Art Permanent-Transmitter auf der Basis einer weitgehend unverstandenen Dimensionstunnel-Technologie. Die Eindringlinge hatten ein Fenster in eine fremde Galaxis eröffnet.
Das Sternenenfenster bot keineswegs aus allen Richtungen dasselbe Bild, wie es bei einer Projektion der Fall gewesen wäre, sondern es verhielt sich tatsächlich wie eine Öffnung, wie eine Aufrisszone in eine fremde Region des Universums. Die beiden Seiten der Fläche lieferten unterschiedliche Perspektiven. Es schien, als blicke man aus einigen hunderttausend Lichtjahren Distanz wie durch ein Fenster mal in die obere, mal in die untere Hälfte ein und derselben Galaxis.
Das Sternenfenster verhielt sich physikalisch wie eine Mauer aus Materie. Alle festen Körper zerschellten in heftigen Explosionen, die in ihrer Energieentfaltung exakt einem Aufprall auf eine vollständig unelastische Fläche entsprachen.

Die zu beobachtende Galaxis wird Tradom bzw. HCG 87A genannt und gehört zu einer Galaxiengruppe, die auf der Erde als HCG 87 bekannte ist - Hickson Compact Group 87. HCG 87 ist eine Gruppe aus vier Galaxien, die mit HCG 87A bis D bezeichnet werden. A und B gehören zum Typ Seyfert, sind also solche mit hoher Kernaktivität, die mit einem massiven Schwarzen Loch in Verbindung gebracht werden und Ausgangspunkt kräftiger Synchrotonstrahlung sind. Tradom ist eine Spiralgalaxie vom Typ Sa mit einem Durchmesser von 180 000 Lichtjahren (das Doppelte der Milchstraße) und rund 500 Milliarden Sonnenmassen. Von der Erde aus betrachtet, befindet sich die Konstellation im Sternbild Steinbock, in einer Entfernung von 388 Millionen Lichtjahren.

Auf der anderen Seite des hyperenergetischen Vorhangs befand sich ein Objekt, bestehend aus zwei zeppelinförmigen Körpern, mit einem Verbindungsgestänge zusammengefaßt: ein Katamar aus dem Reich Tradom. Der Katamar nahm Kollisionskurs auf das Fenster. Mit fünf Prozent der Lichtgeschwindigkeit traf das fremde Schiff auf das Hayok-Sternenfenster und katapultierte sich auf die andere Seite. Der Katamar hatte im Bruchteil einer Sekunde 388 Millionen Lichtjahre zurückgelegt. Die Erschütterung hatte eine Art Tunnel geöffnet. Das Fenster diente also keineswegs allein der optischen Beobachtung. Es funktionierte wie ein Transmitter, wie eine Schnittstelle zwischen zwei unglaublich weit entfernten Regionen des Kosmos.

Das Schiff war 3540 Meter lang und 2100 Meter breit, Beschleunigung 1500 Kilometer pro Sekundenquadrat. Es tauchte in den Hyperraum ein, Kurs Erde. Der Katamar erreichte das Solsystem, und ein 110 Meter langes Beiboot schob sich aus dem mächtigen Doppelleib ins Freie.
Ein Funkspruch. Das Gesicht des Fremden erinnerte an einen irdischen Schimpansen. Der vorstehende Mund wies scharfe, wie poliert wirkende Raubtierzähne auf, die gelben, leuchtenden Augen blitzten hochintelligent. Ein dichtes, schwarzes, seidig wirkendes Fell bedeckte den sichtbaren Teil des Körpers, lediglich im Gesichtsbereich entblößte der Fremde eine lederartige braune Haut. Aus der Schädelbehaarung ragte eine Art Krone hervor, die funkelte wie aus Diamant.

Seine Botschaft: „Mein Name ist Trah Rogue. Ich bin der Konquestor von Tradom, und ich wurde ausgeschickt, um einen friedlichen Kontakt zwischen dem Reich Tradom und der Liga Freier Terraner herzustellen. Das Diplomatenschiff MARZOM bittet um Landeerlaubnis auf Terra. Dies ist ein offizieller Staatsbesuch.“
Das Schiff landet auf Terrania Space-Port. Eine Art fliegender Thron und ein Wesen in barocker Kleidung, wie eine Witzfigur, erscheinen vor einem staunenden Publikum.
Tra Rogue hat eine Fahnenstange. Von dem Mast wehte in der Art einer römischen Standarte eine Flagge mit einem fremden Symbol. Vor einer gelben, vielzackigen Sonne auf weißem Grund identifizierte Rhodan einen Gegenstand, der aussah wie ein Schwert mit einer geraden, zweischneidigen Klinge. Der Konquestor rammte die Fahnenstange in das Landefeld.

Trah Rogue: „Als bevollmächtiger Konquestor nehme ich Terra, das Solsystem und die Welten der Liga Freier Terraner für das Reich Tradom in Besitz., verkündete der Diplomat. Terra und die LFT unterstehen von diesem Tag an der Verwaltung des Reiches. Von heute an sind täglich Tribute in Höhe von 125 Milliarden CE-Tradicos an das Reich Tradom zu leisten. Das Protektorat Terra wird politisch und militärisch dem Reich Tradom angegliedert. Die Regierung der Liga ist aufgelöst und verbleibt bis zur Einsetzung eines Gouverneurs lediglich kommissarisch im Amt.“

Der Auftritt von Trah Rogue erinnerte natürlich an das Erscheinen des Laren Hotrenor-Taak, des „Verkünders der Hetosonen, in der Milchstraße des Jahres 3459. Die Milchstraße sollte in das Konzil der Sieben eingegliedert werden. Doch die Terraner begannen einen tapferen Verteidigungskampf, in dessen Verlauf die Erde eine wahre kosmische Odyssee durchlief, Stichworte Mahlstrom der Sterne, Aphilie, Schlund, ES, BARDIOC. Versuchen die Expokraten eine Wiederauflage des phantastischen Superzyklus der Bände 650-1000? Die Menschheit am Boden, in einem finsteren Mittelalter (Leibowitz), und Perry Rhodan und Atlan (wie damals mit der BASIS und der SOL) auf der Suche nach kosmischen Zusammenhängen, die die Konquestoren und die Inquisition zur Strecke bringen. Ein neues Konzil der Sieben in 400 Millionen Lichtjahren Entfernung? Oder ein negatives Thoregon?

Trah Rogue - das erinnert auch an den Zweitkonditionierten Tro Khan, mit dem die Terraner erstmals im Jahr 2436 konfrontiert wurden.
Der Schwingungswächter Tro Khan erwachte aus seinem jahrzehntelangen Schlaf und machte seinen Dolan, ein lebendes Raumschiff, startbereit. Die Zweitkonditionierten waren haluterähnliche Wesen, die im Nacken einen Symboflexpartner trugen, mit dessen Hilfe sie zehn Sekunden in die Zukunft schauen konnten. Außerdem sorgte der Symboflex-Partner dafür, daß sein Träger den Befehlen der geheimnisvollen Ersten Schwingungsmacht nicht untreu werden konnte.
Die Dolans waren Retortenwesen aus organischem Zuchtmaterial mit zahlreichen technischen Implantaten. Zur Steuerung eines Dolans waren „Exekutoren“ notwendig, Bewußtseinsinhalte von Lebewesen. Zur technischen Ausstattung eines Dolans gehörten ein Dimetranstriebwerk, ein Paratronkonverter und eine Intervallkanone.

Tro Khan war ein Angehöriger der Zeitpolizei, der die terranischen Zeitverbrecher bestrafen sollte. Er überfiel den Riesenrobot OLD MAN und errang die absolute Befehlsgewalt. Weitere Schwingungswächter tauchten mit ihren Dolans auf und gingen an Bord des Robotschiffs. Als OLD MAN Fahrt in Richtung Milchstraße aufnahm, schlug die Solare Flotte zu. Eine Raumschlacht riesigen Ausmaßes entbrannte. Dabei wurde die CREST IV von einer unheimlichen Waffe der Zeitpolizei in eine unbekannte Region des Universums geschleudert: in die kugelförmige Riesengalaxis M 87 im Virgohaufen, über 30 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt.

In der Folge bedrohten die Zeitpolizisten das Solsystem. Die Terraner hatten jedoch ein FpF-Gerät, ein Zusatzmodul zur normalen Transformkanone, entwickelt, mit dessen Hilfe auch Objekte hinter einem Paratronschirm zerstört werden und somit auch Dolans angegriffen werden konnten. Die Zeitpolizisten wurden schwer geschlagen, nur der Schwingungswächter Tro Khan konnte dem Inferno entkommen und aus dem Solsystem fliehen. Dessen Dolan wurde von einem terranischen Schiff unter dem Kommando von Don Redhorse verfolgt, und dieser entdeckte ein gewaltiges, im Hyperraum eingebettetes Waffenarsenal der Zeitpolizei. Einem anderen Einsatzteam gelang es, in OLD MAN einzudringen und den Roboter seiner Bestimmung als Geschenk für die Menschheit zuzuführen.

Trotz dieser Erfolge rechnete die Menschheit mit dem Auftauchen einer großen Dolan-Flotte. Den Terranern stand eine neue Geheimwaffe zur Verfügung: Paladin I, eine von sechs Siganesen, dem sogenannten Thunderbolt-Team, gesteuerte Robotkonstruktion, die einem Haluter ähnelte und die es mit den Schwingungswächtern aufnehmen konnte (in jüngster Zeit besitzt die USO die „Katsugos“ TOMCAT und SHECAT).
Als es Tro Khan gelang, sich von seinem Symboflex-Partner zu trennen, erkannte er, daß er von einer unheimlichen Macht mißbraucht wurde. Er desertierte und nahm Kontakt zu den Terranern auf.
Unterdessen zerstörten Dolan-Flotten blühende Kolonien des Solaren Imperiums. Die Haluter starteten einen Gegenschlag und zerstörten die Brutstation der Symboflexpartner, die im Pararaum eingebettet waren.

Die Menschen wußten jedoch, daß ein wirklicher Waffenstillstand nur erreicht werden konnte, wenn sie den Zweitkonditionierten Beweise vorlegten, daß sie keine Zeitverbrecher sind.
Staatsmarschall Bull startete ein Unternehmen, das alle Experimente mit der Zeit unterbinden sollte: Auf dem Wega-Planeten Pigell existierte vor 50 000 Jahren ein Zeittransmitter der MdI, mit dem Zeitsprünge von maximal 500 Jahren in Vergangenheit oder Zukunft unternommen werden konnten. Ein Kontinuumsdämpfer verhinderte, daß die Erste Schwingungsmacht von den Zeitaktivitäten der Lemurer erfuhr. Beim Zeitsprung der CREST III versagte jedoch der Dämpfer und rief so die Zeitpolizei gegen die Terraner auf den Plan.

Tro Khan unterstützte von nun an die Terraner und verschaffte einem Einsatzkommando aus Halutern, Posbis und Menschen die Möglichkeit, nach M 87 zu fliegen. Dort enthüllten sich die großen Zusammenhänge:

Die Kugelgalaxis M 87 wurde von den geheimnisvollen „Konstrukteuren des Zentrums“ beherrscht. Diese hatten vor 70 000 eine neue Superrasse, die „Bestien“, züchten wollen. Die Bestien wandten sich bald gegen ihre Erschaffer, wurden jedoch geschlagen und siedelten sich in den Magellanschen Wolken an. Aus ihnen entwickelten sich die Uleb, Zweitkonditionierten und Haluter. Aus Angst vor einem Zeitparadoxon, das ihre Existenz auslöschen würde, gingen sie als „Zeitpolizei“ gegen alle Wesen vor, die Zeitexperimente durchführten.

Die Zeitpolizisten wurden schließlich unter großen Verlusten mit Unterstützung der Haluter geschlagen, die Uleb gingen in ihrem hinter einem Zeitschirm (ATG-Feld) liegenden Heimatsystem Enemy unter.


Die Laren mit ihren SVE-Raumern, die Zweitkonditionierten mit ihren Dolans, Trah Rogue mit seinem Katamar - die Ähnlichkeiten sind unverkennbar. Es bleibt abzuwarten, ob die Geschehnisse um das Reich Tradom dieselbe Faszination auf die Leser ausüben werden wie weiland die Ereignisse um das Konzil der Sieben oder M 87.


Trah Rogue ist ein „Affe“ - auch das regt zu Spekulationen an. Erinnern wir uns an die Filme zu diesem Thema.

Da war zunächst „Planet der Affen“ (1968) mit Charlton Heston. Er spielt einen Astronauten, der nach einer Zeitreise mit seinem Raumschiff auf einem Planeten landet, auf dem Affen über die Menschen herrschen. Er gelangt in die Verbotene Zone entdeckt die Spitze der Freiheitsstatue. Die Menschheit hat einen Atomkrieg ausgelöst...
In „Rückkehr zum Planet der Affen“ (1970) wird die Verbotene Zone erkundet, in dessen Zentrum die Affen die „Heilige Bombe“ anbeten. Der Film endet mit der Zerstörung der Erde durch Atombomben.
In „Flucht vom Planet der Affen“ (1971) gelingt es den Affen Cornelius ( Roddy McDowall) und Dr. Zira (Kim Hunter), per Zeitreise von der vernichteten Erde der Zukunft in unsere Zeit zu fliehen. Dort werden sie von den Menschen brutal unterdrückt.
In „Eroberung vom Planet der Affen“ (1972) sind auf der Erde der Zukunft die Affen versklavt und müssen Zwangsarbeit leisten, bis der Nachkomme von Cornelius und Zira (ebenfalls gespielt von Roddy McDowall) eine Revolte anzettelt.
„Die Schlacht um den Planet der Affen“ (1973) ist das Finale der „Affenfilme“: Aus dem letzten Krieg zwischen Menschen und Affen gegen die intelligenten Tiere als Sieger hervor und begründen eine neue Gesellschaft, in der Affen und Menschen ebenbürtig sind.

Im Jahr 2001 folgte eine Neuverfilmung von „Planet der Affen“ unter der Regie von Tim Burton. In einer Weltraumstation werden Versuche mit Schimpansen angestellt. Als einer der Affen in den Weltraum katapultiert wird und verschollen geht, begibt sich der Astonaut Davidson mit einem Raumschiff auf die Suche.
Er gerät jedoch in einen elektromagnetischen Sturm, wird in einem Zeitwirbel in die Zukunft geschleudert und muß auf einem unbekannten Planeten notlanden, auf dem die von der Erde vertrauten Herrschaftsverhältnisse umgedreht sind: Menschen werden von Affen in Rüstungen gejagt, in Käfige gesperrt und als Sklaven verkauft. Ein grausamer, knurrender und Zähne fletschender General will die Menschen ausrotten. Die sanftmütige, couragierte Schimpansin Ari setzt sich jedoch für die Rechte der Menschen ein. Einige der Menschen können fliehen, werden jedoch verfolgt. Die Jagd endet in der Verbotenen Zone, wo sich ein Wrack befindet. Die Schlacht zwischen Menschen und Affen endet mit Hilfe der Waffentechnologie des Wracks unentschieden, und schließlich landet ein Raumschiff mit dem Schimpansen der ehemaligen Raumstation drin, der als Gott der Affenzivilisation angesehen wird.
Es stellt sich heraus, daß es sich bei dem Wrack um die ehemalige Raumstation der Menschen handelt. Die Affen haben dort im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickelt und haben sich auf diesem Planeten angesiedelt, wo sie die Menschen als Sklaven halten.
Davidson begibt sich auf die Rückreise. Er gelangt wieder in das elektromagnetische Feld, reist in die Vergangenheit und landet auf der Erde, in Washington. Dort muß er feststellen, daß Affen die herrschenden Wesen auf diesem Planeten sind...

Gibt es eine Beziehung zwischen den Affen des Reiches Tradom und den Menschen der Milchstraße?


Das Sternenfenster mit einer Kantenlänge von 1,8 Millionen Kilometer wurde mit Hilfe einer unglaublichen Technik errichtet. Auf der anderen Seite des Sternenfensters sind 22 000 Katamar-Raumschiffe stationiert, die alle Flotten der Milchstraße sofort überrennen könnten. Sie verfügen über Waffen und Schutzschirme, die den galaktischen Schiffen überlegen sind. Ihre Geschütze, Paradim-Strahler genannt, haben blaues Licht, ein Sekundäreffekt der tatsächlich überlichtschnellen Waffenwirkung, vergleichbar der Cerenkov-Strahlung.
Die Reflektorwaffen der Katamare lassen in einem Durchmesser von 18 000 Kilometern um das Schiff keinerlei Materialisation von Waffenkörpern wie Transformkanonen zu, sondern bewirkten eine Materialisation an deren Ausgangspunkt. Sollte die Reflektorwaffe also umgangen werden, mußten die Transformbomben außerhalb des kritischen 9000-Kilometer-Radius platziert werden. Die Paradimpanzer der Schiffe, paratronartige Schirme, leiten Energien unsichtbar in den Hyperraum ab. Der Schutzschirm ist unsichtbar, erst kurz vor Erreichen der Überlastungsgrenze nimmt er eine tiefblaue, beinahe violette Färbung an.

Angesichts dieser schier aussichtslosen Situation und der Drohungen von Trah Rogue geht Perry Rhodan in die Offensive und wagt mit der LEIF ERIKSSON den Sprung durch das Sternenfenster ins Reich Tradom. Mit von der Partie ist das arkonidische Superschlachtschiff KARRIBO unter Befehl der arkonidischen Admiralin Ascari da Vivo.

Die Schiffe wären jedoch nach der Materialisation im Reich Tradom etwa zwei Minuten lang dem Geschützfeuer der 22 000 Katamare ausgesetzt, bevor sie im Hyperraum verschwinden konnten. Deshalb präsentiert die Arkonidin den Kreuzer TRAKARAT mit Báalol-Priestern an Bord. Die Antis verfügen über paranormale Begabungen, die ihnen erlauben, Schutzschirme mit ihren geistigen Kräften zu verstärken, die so genannte Individual-Aufladung. Zu Kollektiven zusammengeschlossen, potenzieren sich ihre Fähigkeiten. Es wird ihre Aufgabe sein, beim Eindringen in das Sternenfenster die Schutzschirme über das physikalisch mögliche Maß hinaus aufzuladen.
Außerdem haben LFT und Arkoniden 2000 schrottreife Raumer mit Tendereinheiten zum Sternenfenster gebracht. Die Schrottraumer sind mit KNK (Konstantriß-Nadelpunktkanonen) ausgerüstet und sollen die Katamare ablenken.

2002 Schiffe dringen gleichzeitig in das energiereiche fünfdimensionale Feld ein. In einem winzigen, nicht meßbaren Augenblick überbrückt die Flotte fast 388 Millionen Lichtjahre.

Die Syntroniken der LEIF ERIKSSON fallen aus, doch die Katamare stören das Schiffssyntron-Netzwerk nur vorübergehend. Die Epsalerin Pearl TenWafer führt das Schiff, der junge Emotionaut Zim November lenkt es mit der SERT-Haube. Chefwissenschaftler ist Humphrey „Blue“ Parrot, sein Assistent heißt Sackx Prakma. Die LEIF ERIKSSON und die KARRIBO überstehen das erbarmungslose Feuer der Katamare nur mit Mühe. Der Virginox-Kugelsternhaufen wird angeflogen, dort leben die vogelähnlichen Jankaron.

Die Eltanen hatten das Hayok-Sternenfenster einseitig gepolt, so daß nur Reisen von der Milchstraße ins Reich Tradom und nicht umgekehrt durchgeführt werden können. Sie waren Feinde des Reiches Tradom und standen offensichtlich kurz vor der Auflösung. Die Eltanen wurden schon seit langer Zeit von den Schiffen des Reiches Tradom überall in dieser Galaxis gesucht. Eines ihrer Raumschiff ist ein würfelförmiges Objekt mit einer Kantenlänge von 3,6 Kilometern, die Wandung ist rotglühend.

Die Eltanen haben den Kontakt mit den Bewohnern der Milchstraße hergestellt und die vogelähnlichen Jankaron mit ihrem Anführer Roxo Quatron in einem CoJito-Planetenjäger in die Milchstraße geschickt. Die Jankaron liefern die Basisdaten der Galaxis Tradom. Doch die Emissionen, die die LEIF ERIKSSON und die KARRIBO in der fremden Sterneninsel ausstrahlen, sind unverwechselbar und dürften wie ein Steckbrief über den Herrschaftsbereich des Reiches Tradom verbreitet werden.

Die LEIF ERIKSSON fliegt in den Virginox-Kugelsternhaufen, zum Planeten Jankar im Jan-System, der Heimat der Jankaron. Der Kugelsternhaufen Virginox ist einer von etlichen hundert, die Tradom vorgelagert ist, und rund 106 000 Lichtjahre vom galaktischen Zentrum entfernt. Das Sternenfenster im Sektor Roanna befindet sich 3682 Lichtjahre oberhalb der Tradom-Hauptebene.

Das Jan-System ist vom beabsichtigten Treffpunkt mit den Eltanen 94617 Lichtjahre entfernt. Der Treffpunkt liegt abseits einer geraden Linie zwischen den Virginox-Sternenhaufen und dem Sternenfenster im Sektor Roanna, 9635 Lichtjahre vom Fenster entfernt.

Die Jankaron haben erst seit kurzem die Bühne der interstellaren Raumfahrt betreten. Der Lebensraum der von Eier legenden Säugetieren in Form von Laufvögeln abstammenden, schlanken mit Adlerköpfen versehenen Wesen ist der 78 Lichtjahre durchmessende Kugelsternhaufen Virginox im Halo der Riesengalaxis Tradom, rund 33 000 Lichtjahre von der galaktischen Hauptebene entfernt. Die Vogelwesen besitzen Transitionsraumschiffe und gelten als gewiefte Händler.

Die Terraner versuchen durch Erkundungsmissionen die Situation in der Sterneninsel zu sondieren. Auf einem kleinen Planeten treffen sie auf insektoide Wesen, die Zineda, und ihre Feinde. Ein ganzes Volk in den Randbezirken von Tradom wird versklavt. Der Gelehrte Liktus Boi erwähnt auf dem Planeten Zinet das „Trümmerimperium“, doch die Spur ist einige Jahrtausende alt.

Ein Kommandounternehmen mit dem Zeroträumer Benjameen da Jacinta, Tess Qumisha und zwei Ertruser kann einige Erkenntnisse über das Ausbeutungssystem des Reiches Tradom sammeln. Sie stoßen auf einen Fabrikraumer mit der Bezeichnung COLLECT 90.40. Dieser verläßt das Zinet-System und nimmt Kurs auf ein 37 Lichtjahre entferntes Sonnensystem.
Mintanz war einer der entlegenen Sektoren der Galaxis Tradom. Die ökonomische Wertschöpfung war hier ein Problem. Die bewohnten Planeten verfügten zwar über genügend Bodenschätze, diese auszubeuten war angesichts der riesigen Entfernungen jedoch kostenintensiv. COLLECT 90.40 flog in einer immer währenden Schleife 54 Welten im Sektor Mintanz an. Die Planeten waren von primitiven Intelligenzen bewohnt, deren militärische Schlagkraft nicht ausreichte, um den Tributsammler abzuwehren. Sie alle gehörten zum Reich Tradom und mußten ihre Schätze abliefern, auch wenn sie selbst dabei ausbluteten.
Die COLLECT-Fabriken sind in den unterentwickelten, zentrumsfernen Sektoren von Tradom aktiv.

Astronomen der LEIF ERIKSSON entdecken ein heftig strahlendes energetisches Phänomen. Es befindet sich genau auf der Virginox gegenüberliegenden Seite Tradoms. Es ist 185 000 Lichtjahre entfernt und könnte mit einem PULS identisch sein, dem Zentrum eines Thoregons.
Es wird vermutet, daß die Galaxien der HCG-87-Gruppe Teil eines Thoregons sind. Hauptkandidat für die Suche nach dem hiesigen PULS ist die schwach leuchtende Sternenbrücke zwischen Tradom und ihrem elliptischen Begleiter HCG 87B.
Die Zustände im Reich Tradom könnten dafür sprechen, daß eine oder mehrere negative Superintelligenzen ein Thoregon geschaffen haben. Oder gab es andere Gründe, die dazu führten, was das Reich Tradom heute ist?
Insgesamt ist in Tradom eine unglaubliche Fülle von Hyperfunk-Impulsen anzumessen.

Beim Sternenfenster handelt es sich offenbar um eine Verbindung zwischen zwei Thoregons.
Transmitter können die Überbrückung großer Distanzen gestatten, wie die Sonnentransmitter der Lemurer und Meister der Insel gezeigt haben. Ein auf Halbraumtechnik beruhendes, auch als Stoßimpuls-Generator umschriebenes und mit dem Wort „Situationstransmitter“ beschriebenes Phänomen weist mit seinem eine Million Kilometer durchmessenden Feuerring sogar eine Ähnlichkeit mit dem Sternenfenster auf. Das Hayok-Sternenarchipel, wo das Sternenfenster geöffnet wurde, gehörte einst zum 21.Tamanium des Lemurer-Reiches. Das Archipel besteht aus 128 Sonnen; die Welten dieser Sternenansammlung wurden im halutisch-lemurischen Krieg zerstört. Hat vielleicht ein technisches Artefakt, etwa ein Sonnentransmitter, für eine bleibende Verzerrung des Raum-Zeit-Gefüges gesorgt, die bei der Öffnung des Sternenfensters ausgenutzt werden konnte? Sind eventuell sogar die Lemurer in die aktuellen Ereignisse involviert?

Die SOL unter Atlans Kommando ist in den fernen Weiten des Universums unterwegs. Im Mittelteil befindet sich Samahos Erbe, eine Nekrophore. Die SOL will die Spur der Pangalaktischen Statistiker in der Galaxis Wassermal verfolgen. Das Ziel der Pangalaktischen Statistiker war unter anderem, die Verflechtungen zwischen Thoregons und Kosmokraten zu untersuchen.
Die Romane 2108 bis 2111 (Samahos Erbe, Tagebuch der SOL, Der Gute Geist von Wassermal und Die Malische Mole) führen in die neue Umgebung ein.

Die Verbindungen zwischen der Milchstraße, Tradom und Wassermal werden sich erhellen. „Thoregon“ scheint der Schlüssel dazu zu sein. Die Galaxien der HCG 87-Gruppe scheinen Teil eines Thoregons zu sein. Mit einem solchen ist die Zone eines PULSES verbunden, ein energetisch hochaktiver Bereich, in dessen Zentrum sich ein Absolutes Vakuum befindet, welches von den jeweiligen Thoregon-Intelligenzen stabilisiert werden muß. Die Thoregon-PULSE von DaGlausch und Segafrendo weisen einen Mega-Dom auf (wie der um die Riesensonne Mattane im Land Dommrath), der als Zugang zur Brücke in die Unendlichkeit dient.

Die Tatsache, daß Trah Rogue zielgenau die Erde angesteuert hat, spricht dafür, daß die Menschheit vom Reich Tradom schon seit geraumer Zeit „beobachtet“ wurde. Liegt das daran, daß das Solsystem von einem sechsdimensionalen Kraftfeld umschlossen ist? Ein Relikt eines Kosmonukleotids? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Thoregons und Kosmonukleotiden. Sind Thoregons angesichts ihres enormen psionischen Informationsgehalts (sechs Superintelligenzen im Fall des PULSES von DaGLausch) vielleicht die evolutionären „Vorstufen“ der Kosmonukleotide? Und welche Rolle spielen hierbei die Helioten, die Pilzdome mit ihren „Städten“ und die Brücke in die Unendlichkeit?