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PERRY RHODAN versus MADDRAX
Grausame Affen, Rudimentsoldaten und ein menschliches Skelett gegen Monster, Mutanten und Amazonen
von Dr. Robert Hector
Die terranische LEIF ERIKSSON und die arkonidische KARRIBO erkunden die fast 400 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxis Tradom.
Beim „Auge Anguelas“ handelt es sich um eine „Glutzone“ von etwa 5000 Lichtjahren Durchmesser, die in der Sternenbrücke zwischen den Galaxien Tradom und Terelanya angesiedelt ist. Das Auge ist ein heftig strahlendes energetisches Phänomen, ein Objekt, das mit einem PULS identisch zu sein scheint.
Anguelas Auge - so wird die höchste spirituelle Instanz im Reich Tradom genannt.
Auf dem Planet Pombar findet Gucky ein menschliches Skelett. Daraufhin wird der 5-D-Planet Linckx angeflogen. Die gesamte Welt ist in eine hyperenergetische Blase gehüllt, die enorme hochfrequente Strahlen abgibt. Ursache der Emissionen ist das fünfdimensional strahlende Quintadim-Erz Yddith. Dieses Hypermetall ist ein dem PEW-Metall vergleichbarer Howalgonium-Sextagonium-Zwitter. Durch das Quinta-Metall ist Linckx in eine hyperenergetische Blase gehüllt. Ständige Fluktuationen und Veränderungen haben Hyperstürme und exotische Erscheinungen zur Folge. Parareale Strömungen verzerren die Wirklichkeit. Benjameen da Jacinta, der arkonidische Zeroträumer, gerät in einen Strudel von Pararealitäten, die „Halbraumwelt“ Quintatha wird real.
Der Sage nach entstanden mit dem Aufstieg des Reiches Tradom vor einer unbekannten Zeitspanne die Goldenen Welten der Inquisition - Welten, die legendäre Reichtümer tragen. Es soll 120 Planeten geben, die als „Verbotene Welten“ umschrieben werden. Bei ihnen handelt es sich um die Überreste der legendären Thatrix-Zivilisation, die vor mehr als 100 000 Jahren unterging und vom Reich Tradom abgelöst wurde. Die Verbotenen Welten sind allesamt ausgebrannte Schlackekugeln...
Die Eltanen, die „Alten“, sind ein nur noch im Untergrund existentes Volk, das als einziges Widerstand gegen die Herrschaft des Reiches leistet.
Das „Trümmerimperium“ kämpft gegen das Reich Tradom. Die Angehörigen des Trümmerimperiums werden erbarmungslos gejagt.
Als die LEIF ERIKSSON in eine Falle gerät, starten die Arkoniden mit der KARRIBO unter Ascari da Vivo eine Rettungsaktion. Sie fliegen einen Angriff auf Gischam, einen Stützpunktplaneten des Reiches, und befreien gefangene Tradom-Bewohner. Einer dieser Gefangenen ist ein Gewährsmann des Trümmerimperiums, der Medile Bleu Cefu. Bleu Cefu stirbt bei diesen Aktionen, sein letzter Wunsch war es, so schnell wie möglich zum Planeten Toko-Ro aufzubrechen. Vielleicht fand sich dort eine ersehnte Spur zum Trümmerimperium.
Währenddessen entwickelt sich ein anderer Schauplatz zu großer Bedeutung: der Wurm der Aarus, ein gigantisches Gebilde, das durch die Weiten der Galaxis Tradom reist. Sein Regent ist der „Schwarmer“. Die Legende spricht von einem unglaublichen Krieg vor etwa 160 000 Jahren, durch den die Aarus gezwungen waren, ihre sterbende Heimat Aar zu verlassen. So entstanden sechs Interstellare Wurme. Aarus-Jima ist einer von nur noch drei Wurmen, die als ewige Nomaden von Stern zu Stern streifen und technische Dienste in Tradom feilbieten. Die anderen beiden heißen Aarus-Zorm und Aarus Lufficim. Die restlichen drei sind in den direkten Dienst der Inquisition der Vernunft getreten und werden in den Fernen Kolonien eingesetzt. Aarus-Techniker können allerdings nicht helfen, wenn es um den obersten Technik-Level in Tradom geht, nämlich den der Inquisition der Vernunft selbst. Die Herrschaft in Aarus-Jima liegt nicht absolut in den Händen des Schwarmers, vielmehr sind es die Repräsentanten der mächtigen Genetischen Linien, die Markierten, die untereinander den Schwarmer bestimmen.
In Tradom stellt die Flotte der AGLAZAR-Schlachtschiffe (Katamare) ein hocheffektives Machtpotential der Inquisition dar. Auf der Tradom-Seite des Sternenfensters sind 22 000 Katamar-Raumschiffe stationiert, die alle Flotten der Milchstraße sofort überrennen könnten.
In der Milchstraße suchen der Terranische Liga-Dienst und die Raumflotte der Ligar Freier Terraner nach sieben Raumschiffen, mit denen der Konquestor Trah Rogue operiert. Jedes dieser AGLAZAR-Schlachtschiffe ist mächtig genug, eine der galaktischen Zentralwelten anzugreifen und zu vernichten. Doch das Arkonsystem ist von dem Kristallschirm umschlossen, und das Solsystem ist durch die Aagenfelt-Barriere geschützt. Auf dem Merkur wird ein Spionagering des Konquestors ausgehoben, der es auf die Daten der Aagenfelt-Barriere abgesehen hatte. Ein Zwischenlager der Tradom-Truppen befindet sich in der BASIS, die zu einem galaktischen Spielcasino umfunktioniert wurde. Trah Rogue richtete ein geheimes Forschungszentrum auf Paricza ein, dem dritten Planeten des einst von den Überschweren beherrschten Punta-Pono-Systems.
Mit Hilfe der TRAJAN, eines 2500-Meter-Großkampfschiffes der Galaxisklasse, kann die USO unter dem Befehl von Monkey die sieben Katamare zerstören und Trah Rogue zur Strecke bringen.
Trah Rogue hatte alle Katamare und sich selbst geopfert, um die Daten der Aagenfelt-Barriere nach Tradom zu bringen. Ohne den Schutz der Aagenfelt-Barriere wäre Terra den 22 000 Katamaren schutzlos ausgeliefert.
Der Konquestor bediente sich bei diesen Maßnahmen seines „Rudimentsoldaten“, eines Gehirns. Dieses Gehirn ist entwicklungsgeschichtlich aus einem Körper mit einer menschenähnlichen Genetik hervorgegangen.
Der Affe und das Gehirn haben mit Pararealitäten gearbeitet. Trah Rogue wäre in der Lage gewesen, in einer Pararealität die Brücke in die Unendlichkeit zu benutzen und auf diesem Weg gefährliche Kämpfer in die Milchstraße zu schleusen.
Ziel des Konquestors war die Eroberung Terras. Doch die Inquisition der Vernunft hatte beschlossen, dass Terra ohne große Raumschlacht eingenommen werden sollte. Die Gründe für diese „Schonung“ waren unklar. Insbesondere kam es darauf an, Terra keinesfalls mit Verwüstungen zu überziehen. Die Inquisition wollte den Planeten unbeschädigt.
Tradoms Interesse für Terra, ein menschenähnliches Gehirn, ein menschliches Skelett, intelligente grausame Affen - wo sind die Zusammenhänge? Sind die Hintermänner der Inquisition vielleicht selbst Menschen (Lemurer, Solaner)?
Atlan und die SOL dagegen verfolgen die Spur der Pangalaktischen Statistiker in der 700 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxis Wassermal. Es geht um die Koalition Thoregon, die Kosmokraten, die Geheimnisse des Kosmos.
Zusammen mit sechs Begleitern hat Atlan es geschafft, die seltsame LOTTERIE zwar nicht zu gewinnen, aber dennoch eine Passage ins Innere der Galaxis Wassermal zu erhalten. An Bord einer Malischen Mole treten sie die Reise an. Der Planet Vision wird erreicht, der aus dem All so aussieht, als sei er eine zweite Erde. Hier wollen Atlan und seine Begleiter den direkten Kontakt zu den Pangalaktischen Statistikern knüpfen, um von diesen die erwünschten Informationen zu bekommen. Sie erreichen das spirituelle Zentrum der Galaxis und sehen den Turm der Visionen. In der „Kosmologischen Mediothek“ erhalten sie Hinweise auf das Galaktische Rätsel von ES, die Hathor, die Sonne Taknu, das Tiefenland, die Galaxis Behaynien und das Schicksal der letzten Greikos. Die Geschichte des Universums scheint hier verzeichnet.
Aber anscheinend ist es mit der so friedlich wirkenden Galaxis mit dem Frieden nicht so weit her. Die Herrscher über die Galaxis Wassermal sind die humanoiden Pfauchonen. Es gibt insgesamt neun Prinzenkrieger, für jede der neun „Speichen“ der Galaxis einen. Im religiösen Bezugssystem der Pfauchonen ist „Neunspeiche“ ein überhöhter Begriff für die gesamte Galaxis Wassermal.
Die Zahl neun spielt in der pfauchonischen Kultur eine wichtige Rolle. Hintergrund ist die Tatsache, dass es in dieser Galaxis neun Pangalaktische Statistiker gibt, die auf der dritten von neun Welten im galaktischen Zentrum leben. Darüber hinaus umkreist die bedeutendste Welt der Galaxis - nämlich Vision - ebenso wie die bedeutendste Welt der Pfauchonen - Kazién - ihre Sonne in 450 Tagen.
Die Zahl „neun“ erinnert an die Zivilisation der Loower. Die Loower waren lange vor dem Verbund der 36 Völker (Querionen) ein Volk, das einen Schwarm erbaute. Um nach Abschluss ihres Auftrages nicht in kosmische Bedeutungslosigkeit zu versinken, versuchten die Loower eine Revolte. Sie raubten das Auge des Roboters Laire, um damit Einfluss auf die Materiequellen und Kosmokraten zu gewinnen. Das Auge passt als Schlüssel jedoch nur zu einer bestimmten Materiequelle.
Auf den Loower-Planeten wurden sogenannte Neunturmanlagen errichtet. Die Anlagen bestanden aus jeweils neun Türmen. Der ruinen- bzw. trümmerähnliche Charakter ihrer Bauwerke brachten den Loowern den Namen „Trümmerleute“ ein. Die Zahl Neun beeinflusste das Weltbild dieses Volkes ungemein stark. Die Ursache war darin zu sehen, dass sie an neun Auslässe der Materiequelle glaubten, die Mittelpunkt ihrer Suche war. Diese Materiequelle befand sich in der Galaxis Erranternohre, von der aus ein gigantischer kosmischer Jetstrahl genau in Richtung Milchstraße weist.
Gibt es Zusammenhänge zwischen den Pangalaktischen Statistikern von Wassermal, dem Trümmerimperium von Tradom, den Loowern und der Galaxis Erranternohre?
Etwas von dem Wissen und dem tiefreichenden kosmologischen Verständnis der Pangalaktischen Statistiker griff einst auf den jungen Prinzenkrieger Soner über:
„...Das ist das GESETZ, das alle Abläufe im Kosmos reguliert. Und hier sind die Kosmonukleotide mit ihren alles regulierenden Messengers. Und die Superintelligenzen...und die Materiequellen...
11234 Sterne haben sich innerhalb von...in dem Bereich ...dieses Universums in Novae verwandelt...
Das Kosmonukleotid TRIICLE-9 hat einen Kosmischen Messenger ausgesandt...
Der Evolutionssprung der Materiequelle CANTOULL zum Kosmokraten steht innerhalb der kommenden neunzig Milionen Jahre bevor...
In der Galaxis Chix-2 ist eine neue, negative Superintelligenz entstanden...
In einem Thoregon jin der Galaxis Tradom steht im kommenden Jahr eine Entscheidung über Sein oder Nichtsein bevor...
Die Wahrscheinlichkeitsquote, dass im kosmischen Bereich PENTTA-7 eine Negasphäre entstehen könnte, hat sich dramatisch erhöht...
Der Evolutionssprung der Superintelligenz SHAMASH zur Materiequelle wurde erfolgreich abgeschlossen...“
Die neue USO unter Monkey hat eine Überraschung parat: die TRAJAN, ein Ultraschlachtschiff der Trägerklasse, basierend auf der Galaxisklasse, erstmals umgesetzt bei der legendären MARCO POLO, Kugelzellendurchmesser 2500 Meter. Das Schiff war vor kurz vor der Lareninvasion als Atlans neues Schlachtschiff, der IMPERATOR ACHT, vorgesehen, doch es wurde im Jahre 3461 zusammen mit Quinto-Center konserviert.
Auch die Arkoniden stehen auf militärische Stärke: Bei den Kelchschiffen oder Khasum-Raumern handelt es sich um den neuesten Typ eines Ultraschlachtschiffs der GWALON-Klasse. Basiszelle der Raumer ist eine Kugel von 2400 Metern Durchmesser, an die unten ein Kegelstumpf angeflanscht ist.
Erinnerungen an die Ära Karl-Herbert Scheer, genannt Handgranaten-Herbert, werden wach. K.H. Scheer, das war der Mann für gigantische Raumschlachten, militaristische Ekstase, ultimate Waffen- und Raumschiff-Konstruktionen, grandiose terranische Eroberungsfeldzüge, für Heldenmut und Draufgängertum. „Ich führe euch herrlichen Zeiten entgegen“, hieß sein Motto, und das funktionierte mit stahlharten Männern: Perry Rhodan, Atlan, Melbar Kasom, Don Redhorse, Icho Tolot. Der Erfolg der PR-Serie ist auf diese glorreiche Zeit zurückzuführen, als Männer noch Männer waren und Fragen nur von verweichlichten Nörglern gestellt wurden.
Die Schere zwischen der wissenschaftlich-technischen Entwicklung unserer Wirklichkeit und der bei „Perry Rhodan“ klafft mit dem Fortschreiten der Handlung immer weiter auseinander.
Das Zwiebelschalenmodell und gesamte PR-Kosmologie weichen von den in unserer Realität gütigen Naturgesetze ab. Auch das Thoregon-Konzept ändert daran nichts, im Gegenteil: die Autoren verstricken sich immer weiter in einem kosmologischen Labyrinth.
Der kosmologische Überbau wirkt auf die weitere Handlung lähmend. Egal ob der Dualismus Kosmokraten-Chaotarchen, oder der „Dritte Weg“ Thoregon: beide Konzepte sind dem Kosmos künstlich übergestülpt, aber in unserer Wirklichkeit spricht nichts dafür, dass übergeordnete Wesenheit das Schicksal des Universums lenken. Käme die Rhodan-Serie im Grunde nicht auch ohne diesen lähmenden Überbau aus? So könnten Wesenheiten oberhalb der Superintelligenten durchaus „metastabil“ sein und nach einer gewissen „Halbwertszeit“ zerfallen. Oder der Moralische Kode könnte in einer universalen Kettenreaktion destruiert werden.
Es gab mal eine Zeit, in der die Leser bei Erwähnung des Wortes „Kosmokrat“ nur noch „aarghh“ sagten. Wenn ich heute den Begriff „Thoregon“ höre, geht es mir genau so.
Es ist sicherlich das Bemühen der Autoren und Expokraten erkennbar, die reiche Serienvergangenheit zu einem sinnvollen und logischen Zusammenhang zu verknüpfen. Aber man merkt auch, dass diese Vergangenheit wie ein Ballast wirkt, wie ein Fessel, die die Serie an der Entfaltung neuer Möglichkeiten hindert. Krampfhaft wird nun mit „Thoregon“ versucht, die kosmologischen Plagegeiser loszuwerden, aber dieser Versuch wirkt sehr dünnbrüstig und konstruiert.
Ab November 2002 sollen im Heyne-Verlag neue Perry Rhodan-Taschenbücher herauskommen: ein sechsbändiger „Andromeda-Zyklus“, der zeitlich kurz nach PR-Heft 2150 spielt. Es geht um Abenteuer in unserer Nachbargalaxis und die Machenschaften von Maahks und eines „Gelben Meisters“. Der nostalgische Versuch, den legendären MdI-Zyklus nochmals aufzuwärmen? Oder waren die Lemurer schon mal in Tradom?
Der Colonia-Con am 22. und 23. Juni 2002 im Kölner Jugendpark war wieder ein voller Erfolg. Das Fandom lebt, wenn auch dieses Mal die Nacht nicht ganz so lang war. Kölsch floss wieder in Strömen, aber das schwüle Wetter machte manchem Fan zu schaffen. Uwe Anton managte gleich mehrere Programmpunkte, am mitreißendsten war aber eine Diskussion mit Klaus Frick und Hermann Ritter über die glorreiche Vergangenheit des Colonia-Cons. Scheinbar wurde da in finsteren vergangenen Tagen mal ein mit Ketchup gefüllter 10-Liter-Eimer von der Rheinbrücke, die sich über dem Congebäude erstreckt, auf einen Ausflugsdampfer entleert, was wohl zu panischen Reaktionen der armen Touristen führte. Die anarchistischen Punk-Rocker der 80er Jahre als Bürgerschreck der Nation.
„Maddrax“ scheint sich langsam aber sicher zu einer Kultserie zu entwickeln. Ein Programmpunkt mit Redakteur Michael Schönenbröcher und den Autoren Claudia Kern, Ronald Hahn, Jo Zybell, Michael J. Parrish und Bernd Frenz wirkte erfrischend und zeugte von einer Serie, in der noch ein großes Potential steckt.
Für alle, denen Maddrax bislang noch nichts sagt, hier eine kurzer Handlungsabriss: Am 8. Februar 2012 trifft der Komet „Christopher Floyd“ die Erde. Die Folgen sind verheerend: Die Erdachse verschiebt sich, weite Teile Russlands und Chinas werden ausradiert, ein Leichentuch aus Staub legt sich um den Planeten, und zwar für Jahrhunderte. Als die Eiszeit (Peter Maffay lässt grüßen) endet, hat sich das Antlitz der Erde gewandelt. Mutationen bevölkern die Länder und die Menschheit ist unter dem Einfluss grüner Kristalle aus dem Kometen auf rätselhafte Weise degeneriert.
In dieses Szenario verschlägt es den US-Piloten Matthew Drax, dessen Jetstaffel beim Kometeneinschlag durch eine Zeitreise ins Jahre 2516 gerät. Beim Absturz wird er von einem Kameraden getrennt und von Barbaren gerettet, die ihn als Gott „Maddrax“ verehren. Zusammen mit der telepathisch begabten Kriegerin Aruula wandert er über eine dunkle, postapokalyptische Erde...
Der Weg führt über das verwüstete Kontinentaleuropa und England bis in die USA, die von dem sogenannten Weltrat regiert wird. Matt fliegt in Band 50 mit einem Space Shuttle zur Internationalen Raumstation ISS und erhält dort neue Daten über die Katastrophe. Der Kratersee scheint ein großes Geheimnis zu bergen...
Inzwischen gibt es von „Maddrax“ ein Comic, einen Soundtrack, zwei Taschenbücher, Aufkleber („Ich bremse auch für Mutanten“), ein Computerspiel und weitere Artikel. Meine Prognose: „Maddrax - Die dunkle Zukunft der Erde“ steht noch eine große Zukunft bevor. Das ist mitreißender Heavy Metal und nicht seichter beliebiger Soft-Pop wie „Perry Rhodan“.
Während der „Dinosaurier“ Perry Rhodan immer mehr durch den kosmologischen Überbau und die eigene Serienvergangenheit in seiner Entfaltung eingeengt wird, ist den Autoren von Maddrax ein hinreißendes postapokalyptisches Szenario gelungen. Während die „Probleme“ der PR-Serie wahrlich Jahrmillionen Lichtjahre entfernt liegen und kein Bezug mehr zu unserer heutigen Welt und den heutigen Menschen vorhanden ist, kommen in Maddrax lebendige Charaktere vor, die sich zwar auf einer düsteren Erde bewegen, die uns aber dennoch seltsam bekannt vorkommt. Ideen wie Schwarzenegger als US-Präsident oder ein Elvis-Kult im 26. Jahrhundert mögen abstrus scheinen, törnen aber die Leser an. Maddrax ist erotisch, emotional, dunkel - und nicht steril wie die Perry Rhodan-Serie, die nicht mehr unter die Haut geht. Das Wort „Thoregon“ erzeugt mehr Langeweile aus Faszination, und die derzeitigen Abenteuer in Wassermal klingen eher nach Märchen-Fantasy als nach Science Fiction. Interessanterweise hat Maddrax-Autorin Claudia Kern mit Band 2132 ihr PR-Debüt gegeben. Während sie in Maddrax großartige Romane mit phantastischen Ideen abliefert, die einem SF-Fan das Herz höher schlagen lassen, war ihr PR-Roman zwar handwerklich sehr gut, konnte aber die Leser emotional nicht begeistern. Das Problem: PR-Autoren müssen nach sehr engen Exposévorgaben schreiben, alles ist dem großen 100-Bände-Konzept untergeordnet. Zur Entfaltung des Autors ist da kein Platz. Bei Maddrax erstellen die Autoren in Zusammenarbeit mit dem Redakteur ihre eigenen Exposés, die zwar weit weniger detailfreudig als bei PR sind, aber eine weit größere Freiheit erlauben.
MADDRAX gehört die Zukunft, während PERRY RHODAN nur noch eine Chance hat, wenn die Serie sich von ihrem lähmenden kosmologischen Überbau befreit und wieder „zu den Wurzeln“ zurückkehrt. Vielleicht könnte man Perry Rhodan als Major der US Space Force mit einem Düsenjäger einen Angriff auf einen auf die Erde zurasenden Kometen fliegen lassen, wobei er sich schließlich durch einen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum auf einer zerstörten Erde wiederfindet, wo ihn die eingeborenen Barbaren „Maddrax“ nennen...