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Wilde Wikinger!

Zwei Tage mit Kriegern zum Anfassen

Der beschauliche Hamburger Stadtteil „Bergstedt“ wurde bis ins Mark erschüttert! Denn ungeschlachte Gesellen fielen nahe des Marktplatzes, auf dem Gelände des Siemers´schen Hofes, ein. Sie hatten sogar ihre Weiber mitgebracht. Die Schar schlug Zelte auf, entzündete Feuer und packte Waren, Speis, Trank und Waffen aus. Die gefürchteten Wikinger waren nach Hunderten von Jahren zurückgekehrt. Brave Bürger begannen nun aber nicht zu zittern, sondern im Gegenteil: Mit Kind und Kegel rückten sie an, sobald die Kunde von Plakaten und Flugblättern ins Land getragen worden war: Zwei Tage lang würde es „Wikinger-Markt“ geben, ein „erlebnispädagogisches“ Fest, sprich: zum Mitmachen!

Natürlich hielt es auch Fantastik-online nicht in sicherer Distanz, sondern man begab sich auf Expedition hinein ins Reich der wilden Nordmänner. Das Gelände war schon am Mittag bis zum Bersten mit neugierigem Volk gefüllt, dass durch die Gassen zwischen den Holzständen strömte um zu erhaschen, was es hier an Erstaunlichem gäbe. Und es gab vieles zu Sehen: Schmiede, die am glühenden Feuer ihre Kunst zeigten, Schreiner, Kerzenmacher, Waffenmeister, Schmuckmacher, Ledergerber und vieles an Handwerkern mehr, die – und das war das Besondere – ihre Arbeiten nicht nur zum Zugucken verrichteten, sondern besonders Kinder an die Hand nahmen, es doch unter fachkundiger Anleitung auch einmal zu versuchen.

Das war ein toller Spaß für Jung und Alt, bei dem das Kulinarische selbstverständlich nicht zu kurz kam. Es wurde deftig „gesoffen und gefressen“, wie es in der Fachsprache heißt, und uns von einem kräftigen Mann erklärt wurde, der ein „Odin“-T-Shirt über seinem großmächtigen Bauch trug.

Weiter hinten im Gelände konnten große und kleine Knirpse mit Pfeil und Bogen schießen und sogar Äxte werfen üben. Es gab am Nachmittag dann als Höhepunkt eines jeden Tages eine „waffenkundliche Vorführung“. Ein wilder Geselle erklärte mit markiger Stimme allen Erschienen im großen Kreis die Waffen und Kampfausrüstungen der Wikinger. Wir erfuhren alles über Dolche, Schwerter, Spieße, Lanzen, Äxte, verschiede Kettenhemden, Körperschutze und Helme. Und natürlich auch, dass die echten Wikinger gar nicht solche Hörnerhelme hatten, wie sie immer im Film gezeigt wurden. Die wären in Schlachten auch völlig unpraktisch gewesen, hätten sie doch jedem Gegner einen tollen Angriffspunkt dafür geboten, dem Wikinger den Helm vom Kopf zu wischen. Nein, so war das nicht. -
Auch diese Erklärungen liefen unter Einbeziehung von Kindern ab, was das Ganze lebendig und bestimmt eindrucksvoller für alle machte, als nur Zuhören.

Zum Abschluss der Show gab es ein zünftiges Geprügel zwischen zwei Wikinger-Gruppen, die sich wegen eines Spielzeugteddys in die Haare bekamen. Da konnte man ein wenig Stuntkunst bewundern, die aber nicht zu ernst genommen wurde. Es wurde trotz der Hiebe noch gelacht. Eine gelungene Aktion.

Es gab des weiteren in ruhigeren Ecken schönes Kunsthandwerk zu bewundern und wie gesagt: zu Essen und zu Trinken in leckersten Varianten. Und so wurden die beiden äußerst gut besuchten Wikingertage für alle ein toller Erfolg, zumal das Wetter mitspielte und Sonne en Masse schickte. So wurde niemand zugeregnet und keine Rüstung musste rosten.


Text: Thomas Kohlschmidt
Bilder: Thomas Kohlschmidt
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