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Ring Con 2005
7. bis 9.10.2005
von Susanne Schönenberger
Sonntag
Der Sonntag begann mit der zweiten Autogrammstunde. Da ich meine Unterschriften schon hatte, schlenderte ich über den Mittelaltermarkt, tratschte mit Freunden und kaufte ein paar Souvenirs. Es war ein richtig gemütlicher Start in den Tag, was ich sehr genoss. Nach dem Mittagessen ging es dann los dem sogenannten „Elbenpanel“.
Elbenpanel (Mark Ferguson (Gil Galad), Craig Parker (Haldir), Sandro Kopp (Gildor), Jonathan Harding (Erestor/Dinendal) und Jarl Benzon (Glorfindel)
Eingeläutet wurde es durch einen schönen Elbenumzug auf die Bühne, welchem dann Mark, Craig, Sandro, Jonathan und Jarl folgten. Zuerst alberten die Fünf wegen der Sauna herum, dann reihten sie sich ihrer Körpergröße nach auf. (War Mark’s Idee). Die anschliessend gestellten Fragen wurden genüsslich durch den Dreck gezogen, es war keine vernünftige Antwort aus dem Fünfen rauszukriegen. Schon da hatte ich Lachkrämpfe und kaum mehr Luft, aber es wurde noch besser: Mark hatte die Idee, ein Märchen nachzuspielen und es wurde aus dem Publikum Cinderella gewählt. Craig übernahm den Part von Cinderella, Mark mimte den Erzähler und die anderen drei spielten die Kulissen. Da Craig eine Frau spielte, verstellte er seine Stimme, was äusserst lächerlich klang und die ersten Lachtränen meinerseits zur Folge hatte. Dass die von Mark zusammengeschusterte Geschichte mit dem richtigen Märchen herzlich wenig gemeinsam hatte war zu erahnen, er dichtete irgendwas wild zusammen (der Gute hatte keine Ahnung wie Cinderella überhaupt geht).
So musste Cinderella Fenster putzen (Jonathan und Sandro waren das Fenster, Jarl der Putzlappen, der mit seinem Hintern das Fenster putze), der Dreck (von Jarl gespielt) wurde einfach aus dem Fenster geworfen (Jarl flog von der Bühne), die böse Schwiegermutter kontrollierte ob die Fenster schmutzig waren, was sie natürlich waren und wieder geputzt werden mussten (Jarl flog wieder von der Bühne) Cinderella musste staubsaugend?!?!?!? was beim dem Lied „I’m to sexy for my Shirt“ mit dem Staubsauger „Sandro“ erledigt wurde. Es gab Einladungen die vor der Türe lagen und sich von alleine ins Haus hinein bewegten, Bäume wurden gefällt und weggetragen (der Partytree von Samstag wurde auf die Bühne geholt) und so weiter....
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Ich hatte mir Bauchschmerzen vor Lachen eingefangen bei diesem Panel, sowas hatte ich noch nie gesehen. Die Fantasie, die auf der Bühne gezeigt wurde, war einfach umwerfend und der Humor und Witz dieser Geschichte kann leider nur ansatzsweise wiedergegeben werden. Ich werde in Zukunft eine ganz neue Version von Cinderella in meiner Erinnerung haben!
Hobbitpanel Thomas Robins (Deagol) und Lory Dungey (Mrs. Bracegridle)
Wer nun dachte, dass dieses Panel ruhiger würde, als das letzte, hatte sich gründlich getäuscht. Die Bühne betraten (oder besser gesagt „berutschten“) die Zwei auf den Knien und mit angeklebten Hobbitohren. Sie hatten ein Maori-Kinderlied mitgebracht, welches nun zu einer Rockenrollmusik von allen gesungen und getanzt wurde. Den Text zum mitsingen inklusive die Anweisung, wie es zu tanzen war erhielten wir über die Leinwand. Den Text (war Maori) konnte keiner von uns singen, aber das Tanzen kriegten wir ein bisschen hin. Besonders gut konnte es Lory, die hatte eine Power! Thomas mogelte sich mehr schlecht als recht durch, er schaute dauernd von Lory ab.... Dann angelte sich Lory eine Elbin aus dem Publikum. Die Dame musste die Hände auf dem Rücken verstecken, Lory stand hinter ihr und steckte stattdessen ihre nach vorne. Thomas stellte der Frau verschiedene Fragen, die diese beantwortete, Lory aber mit den Händen die Gestik dazu machte. Da sie ja keine Ahnung hatte, was die Frau sagen würde vielen ihre Gesten teilweise recht grotesk aus, und manchmal zeigte Lory ja und die Frau sagte nein und umgekehrt.
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Ich lachte mich fast kaputt darüber und dachte nicht, dass es noch besser werden könne, aber ich irrte mich! Zuerst jedoch wurde es ein bisschen ruhiger, ein von Thomas gedrehter Film über verrückt gewordene Einkaufswagen wurde gezeigt. Danach legten sich die Zwei aber richtig ins Zeug und versuchten, die Szene mit Thomas wo er den Ring findet nachzuspielen. Lory machte dabei immer irgendwas falsch, so dass sie jedesmal von vorne anfangen mussten. Zum Beispiel fragte sie ihn, ob er zum Frühstück Rühreier mit Speck wolle. Dann hatte das Boot einen Motor: Ihr wurde von der Bootsfahrt schlecht, weil sie vergaß, dass es ja ein See und kein Meer war und somit keine Wellen da waren, etc. Und jedesmal, wenn sie was falsch machte, fragte er sie gespielt genervt, ob sie die Szene überhaupt kenne, was sie bejahte! Die zwei waren einfach genial! Danach beantworteten sie noch Fragen und Lory erzählte, dass sie in vier Xena-Episoden mitgespielt und ein tolles Kostüm gehabt hatte. Thomas ständiger Begleiter ist ein Ipod. Er hört sich gerne Reggae, Jazz, Coldplay und vieles mehr an. Den letzten Scherz machte Lory: Sie sagte, sie würde liebend gerne wie ein Hobbit leben, dann bräuchte sie nicht mehr soviel zu arbeiten!
Wow, das war ein Panel, einfach genial!
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Royd Tolkien (Enkel von J.R.R. Tolkien / Elb)
Royd erzählte als erstes, dass er einen Sohn Namens „Story“ hat und deshalb seine Gürtelschnalle trägt, die den Namen Story bildet. Eine Frau fragte ihn darauf hin, ob er dann, falls er mal eine Tochter hätte, sie „Poetry“ nennen würde.... Die nächste Frage war ernsthaft gemeint. Er wurde gefragt, wen er gerne in den Filmen gespielt hätte. Royd meinte, dass er gerne Aragorn gewesen wäre. Dann erzählte er, dass er nicht glaube, dass nach dem Tod alles zu Ende sei. Jemand wollte wissen, ob er schon mal ein Buch geschrieben hätte. Royd sagte, dass er viel schreibe, bis jetzt aber noch kein Buch. Seiner Ansicht nach haben die Bücher von seinem Urgrossvater die Leute verändert und nicht die Welt, da diese durch die Bücher inspiriert wurden. Auch ihn hätten die Bücher verändert, sie gaben ihm mehr Selbstvertrauen. Dann forderte er das Publikum auf, eine Laolawelle zu machen und zu guter Letzt folgte ein munterer Schlagabtausch mit Lawrence, der es sich nicht nehmen liess, das Panel gründlich mit blöden Fragen und spitzen Bemerkungen aufzumischen.
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Das letzte Panel der Convention gehörte einem weiteren Hauptgast: Billy Boyd!
Billy Boyd (Peregrin Tuk)
Ein sichtlich gut gelaunter Billy betrat unter tosendem Applaus die Bühne und genoss es, wieder auf der Ringcon zu sein. Er erzählte, dass er von Frankreich gekommen wäre und wenn er gewusst hätte, was auf der Ringcon so abgeht, wäre er früher gekommen. Dann begann er zur allgemeinen Verblüffung damit, seine Schuhe und Socken auszuziehen, stand schliesslich ganz hobbitmässig auf der Bühne, nämlich barfuss! Dann beantwortete er die Frage, wie denn eine normale Woche im Leben eines Schauspielers aussehe. Billy sagte: „Es gibt keine typische Woche, jede ist immer anders.
Das ist in meinem Beruf normal.“ Ein Fan sprach ihn auf das Gerücht an, er hätte ein eigenes Fussballteam. Billy verneinte dies, das stimme nicht, er liebe aber Fussball sehr, spiele gerne selber und schaue auch sehr gerne. Dann wurde er weiter gefragt ob er wisse, dass es in Deutschland Kekse mit dem Namen „Hobbit“ gibt, was er verneint. Natürlich bekam er gleich eine Packung davon geschenkt.Über den Master und Commander-Dreh konnte er Interessantes erzählen, ebenso erzählte er einen Witz über einen schottischen Comedian. Als er sich das erste Mal als Actionfigur gesehen hat war es für ihn ein merkwürdiges Gefühl. Dann sprach er über einen Kurzfilm, den er als einziger Schauspieler drehte. Es war komisch diese Szenen zu drehen, war ja kein Filmpartner da, der sprach. Ein Fan wollte wissen, ob er sich während Dreharbeiten verletzte. Billy bejahte dies und sagte, dass er bei Herr der Ringe einen Finger brach. Dies wurde mit einer Schiene fixiert, welche dann in Hautfarbe angemalt wurde, damit sie im Film nicht auffiel. Wenn man die Moria Szenen genau anschauen würde könne man sehen, dass er seinen Finger merkwürdig gestreckt halten würde.
Dann erzählte er, dass er versuche, seine Freunde so oft wie möglich zu sehen um die Freundschaften zu erhalten, was aber nicht einfach wäre. Und ein paar Worte deutsch sprach er wie: „Ja, Ist das ein Stuhl? Wie komme ich am Besten zur Kirche? Alles Super“ Das absolute Highlight folgte aber zum Schluss des Panels: Billy wurde zu Beginn gefragt ob er singe, was er mit der Bemerkung abtat: „Vielleicht später.“ Alle dachten, dass er nie singen würde und dass das Thema damit erledigt wäre. Wir täuschten uns aber alle, Billy verlangte auf einmal eine Gitarre und spielte uns ein Lied, bei welchem es im Saal totenstill war, man hätte eine Stecknadel fallen hören. Die ganze Performance war absolut ergreifend und wunderschön. Der Applaus dafür fiel dementsprechend aus, es gab Standig Ovations! Wow, was für ein Abschluss!
Leider wurde es nun Zeit, die Closing Ceremony abzuhalten...
Closing Ceremony
Die Closing Ceremony wurde von einer wunderschönen Darbietung des Elbenchors eingeleitet, der tolle Lieder einstudiert hatte. Dann folgte die Krönungszeremonie von Aragorn. Da es wieder einen Schwertkampf-Workshop gab, hatte die Gruppe etwas einstudiert. Es beteiligten sich auch Thomas Robins, Mana Hira Davis, Lory Dungey und Royd Tolkien daran. Es gab ein „Gemetzel“, bei dem einer den anderen „besiegte“. Das Ganze wurde mit einer guten Prise Humor gewürzt, es war äusserst witzig anzuschauen.
Nun präsentierte Peter Tait sein selbstgeschriebenes Uruk-Hai Lied, unterstützt mit seiner Gitarre. Nach Peter folgten Jonathan Harding und Mana Hira Davis, die ihr „Gesangstalent“ präsentierten. Und auch Mark Ferguson, Craig Parker und Lory Dungey präsentierten eine Darbietung. Danach ging es leider wirklich ans Abschiednehmen. Jeder Gaststar wurde nochmals einzeln auf die Bühne geholt um seine persönlichen Good-Bye-Worte zu sagen und sich für die Einladung zu bedanken. Nach Standing Ovations vollführten die Damen und Herren noch ein gemeinsames Gruppenkuscheln auf der Bühne, bevor die Ringcon 2005 endgültig zu Ende war. Wie immer präsentierte man uns das obligatorische Kurzvideo über das durchaus gelungene, unterhaltsame und äusserst witzige Wochenende.
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Doch nun hieß es wieder einmal Abschied nehmen, um den Heimweg anzutreten, was mir nicht gerade leicht viel. War es doch einmal mehr ein unvergessliches Erlebnis gewesen, mit vielen neuen tollen Erinnerungen, die ich nach Hause mitnehmen konnte. Die Stimmung auf der Con hatte ich das ganze Wochenende als sehr gut erlebt, die Gaststar waren super drauf und taten sehr viele Dinge, welche ich niemals erwartet hätte. Deshalb war es aus meiner Sicht eine gelungene Veranstaltung, die von vielen Gleichgesinnten besucht wurde. Es gab ein paar Wertmutstropfen, die mich gestört hatten, wie z.B. keine Cocktails, der Fabrikhallen-Charme des Mittelaltermarktes, die „kalte“ Haupthalle mit dem Betonboden und fehlende Dekorationen, aber ansonsten war ich mit der neuen Location durchaus zufrieden. Nur die Pianobar im Maritim, die fehlte mir......
Susanne Schönenberger, Warp-Online, 23. Oktober 2005
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