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FedCon 15
19. bis 21. Mai 2006
von Sabine Ludwig
Sonntag
Der Sonntag morgen startete für mich und viele andere mit dem Anstehen in der Autogrammschlange, hundemüde und gut gelaunt. Durch den Mangel an Gedränge waren sogar ein paar persönliche Worte mit Connor, George und seinem Lebensgefährten Brad drin. Die beiden letzteren beschwerten sich scherzhaft über den Mangel an Schlaf, nicht, weil sie so lang gefeiert hätten. Ihre Zimmer lagen wie die der anderen Schauspieler in der sechsten Etage ...auf dem gleichen Gang wie die Cocktailbar. Wir waren wohl etwas laut ;-) Ich hab mich dann im Namen aller Conteilnehmer für den Radau entschuldigt *bg*
Panel Gigi Edgley
Das gleichzeitig laufende Panel von Dean und Gary habe ich daher verpasst. Aber zu Gigi war ich wieder bereit. Auch hier war der kleinere Saal mehr als gut gefüllt. Man traut dieser kleinen, zierlichen Person (warum müssen amerikanische Jungschauspielerinnen alle so dünn sein?) vielleicht gar nicht so viel zu. Einfach zu hübsch. Gigi überzeugte aber alle schnell von ihrem Talent. Sie hatte eine DVD mitgebracht mit Ausschnitten aus ihren Auftritten in verschiedenen Filmen/Serien (hauptsächlich aus Australien) Ich war schwer beeindruckt! Diese Frau hat echt was drauf!
Und sie ist suuuper nett. Sie erzählte uns von ihrer wilden Kindheit. Ihre Mutter stammte aus einer Hippie-Kommune, ihr Vater dagegen lebte unter dem Motto „Work and give all“. Durch die Verbindung des Vaters zum Cirque de soleil kam sie sogar mit der Zirkuswelt in engen Kontakt. Als sie damals ihre Mutter anrief, um ihr vom bevorstehenden Casting für ihre Rolle bei Farscape zu berichten, reagierte diese mit den Worten: „Du wirst die Rolle kriegen. Du bist mit all diesen verrückten Leuten aufgewachsen.“ Als sie allerdings die Mutter am Con-Wochenende anrief und ihr erzählte, dass hier in Deutschland Klingonen rumlaufen und Leute mit Antennen an den Köpfen, fragte diese nur, ob Gigi betrunken sei.
Die quirlige Gigi liebt es ihre Stunts selbst zu drehen. Ein Lebensmotto von ihr? „Tu was du liebst. Genieße dein Leben wie es ist, hab Respekt. Dann wird alles gut.“
Gut gesprochen, Gigi.
Panel Christian Kane und Andy Hallett
Vom Panel von Christian und Andy ist mir kaum Inhaltliches im Gedächtnis geblieben. Die beiden haben wild durcheinander gesprochen, kamen von einem Thema zum anderen, warfen sich gegenseitig Stichworte zu und hatten sichtlich Spaß. Und wir auch. Sehr kurzweilig.
Panel Walter Koenig und George Takei
Auf der Bühne abgelöst wurden die beiden „Angel“- Darsteller durch die Veteranen der diesjährigen Con: Walter und George.
George gab eine lustige Geschichte zum besten über seine in einer Folge geforderten Fechtkünste. Gefragt nach seinen Fähigkeiten hatte er damals behauptet, er könne fechten (Man solle als Schauspieler NIE sagen, man könne etwas nicht. Dann wäre man ja vielleicht raus aus dem Geschäft.) Gleich anschließend habe er sich einen Fechttrainer gesucht. Und der Zufall wollte es, dass er genau den Mann fand, der schon vorher Erol Flynn trainiert hatte, dessen Robin Hood Verfilmung er geliebt und bewundert hatte. Er hätte als Kind sowieso lieber Robin Hood als einen Samurai gespielt.
Walter wurde gefragt, ob es den Produzenten denn nicht aufgefallen sei, das Chekov in der Episode um Khan gar nicht vor kam, dementsprechend sich Khan im späteren Spielfilm auch nicht an ihn hätte erinnern können. Walter behauptete mit ernster Miene, dass Chekov sehr wohl dabei gewesen wäre. Er hätte wegen einer modernen Version von „Montezumas Rache“ die ganze Zeit auf der Toilette verbracht. Und als Khan dieses Örtchen besuchen musste, hätte er verzweifelt an die Tür gehämmert und sich dann Chekov geschnappt mit den Worten „Dein Gesicht merk ich mir!“
Es war schon irgendwie was besonderes, diese beiden Helden meiner Jugend (wenn ich das mal so poetisch ausdrücken darf) gemeinsam auf der Bühne zu sehen. Danke.
Jubiläumspanel
Das letzte Panel des FedCon gestalteten Nicole deBoer, Cirroc Lofton, Robert Beltran, Connor Trinneer und Gates McFadden gemeinsam. Die Fragen, die von den Fans gestellt wurden, gingen mal an einen einzelnen, mal an alle, wodurch ein ganz schönes durcheinander entstand. Wer soll jetzt was wann beantworten? Nach Lieblingssätzen aus Star Trek gefragt, kam von Nicole spontan „Make it so.“ Cirroc liebte den Satz „Live long and prosper.“ Sein Traum sei es, dass seine Rappsongs einmal im Radio laufen.
Als Mittel gegen Lampenfieber, so erzählte Connor, stelle er sich die Leute immer nackt vor. Gates dagegen versuche sich vor einem Auftritt auf ihre Arbeit zu konzentrieren und sich klar zu machen, dass diese im Mittelpunkt steht und nicht sie selbst als Person.
Nicole gestand, dass sie schon vor ihrer Rolle als Esri Dax großer Star Trek Fan war und sich sehr geehrt fühle, Teil der Familie zu sein.
Cirroc berichtete, dass er großer Michael Jackson Fan war und ist, wobei er zu Gates meinte: „He looks more like you than me, now.“
Closing
Dann war es soweit: Die 15te FedCon näherte sich ihrem offiziellen Ende und die Closing begann mit zwei Videoclips als Erinnerung an Andrew Katsulas und James Doohan. Sicher hat bei den ruhigen Bildern und der getragenen Musik der ein oder andere in Erinnerung an diese beiden Menschen eine Träne verdrückt.
Zuerst verabschiedete sich Claudia kurz, denn sie musste ihren Flieger erwischen und konnte nicht bis zum Ende der Closing bleiben. Nett, dass sie uns das persönlich mitgeteilt hat. Ist eben ne Nette, die Claudia!
Die zweite auf der Bühne war dann Menina, die so was aufführte wie einen Tanz mit Slapstick-Einlagen. Ok. Kein weiterer Kommentar. Wie uns versprochen (natürlich haben wir Andy schon im Panel danach gefragt) trat Andy diesmal mit Christian und seinem Bandkollegen Steve auf die Bühne, um sich gesanglich zu äußern. Ja! Er kann wirklich singen, der gute Andy. Zusammen gaben sie uns noch einmal „Sweet Home Alabama“, begleitet von Gigi, die es sich nicht hatte nehmen lassen, sich mit zwei Seilfackeln (Seile, an deren Enden Feuerbälle hängen) barfuß auf die Bühne zu stellen und uns eine Jonglier-Nummer hinzulegen, die wirklich Cirque de soleil-reif war. Ein akustischer und optischer Hochgenuss. Klasse!
Und noch wer kann singen! George gab uns mit wunderbar tiefer Stimme „I own my sole to the company store” (Wie heißt das Lied genau?)
Und dann kam Nessi! Der gute hatte sich auf der Opening auf eine Wette eingelassen „Wetten, dass ihr es nicht schafft, 200 kostümierte Fans in die Vorhalle zu bekommen, die gemeinsam `Row, row, row your boat´ singen? Wenn doch, tret ich nackt auf der Closing auf.“
Ihr könnt euch denken, was passiert ist? Ja, es waren über 200, die gesungen haben. Nessi kam also mit Gitarre auf die Bühne, einer Schürze ...und sonst nix. Gar nix! Und so kamen wir in den Genuss von viel männlichem Fleisch *veg*. Verzeiht, wenn ich vergessen hab, was er gesungen hat. Der Anblick hat mich abgelenkt.
Walter hob dann aber schlagartig wieder das Niveau, indem er uns Shakespeare zitierte, Richard III. Ja, der Mann kann so was!
Wir haben es alle nicht gewollt, doch Marc sprach die Schlussworte dieser wunderbaren Con. Offiziell verkündete er den erneuten Umzug der FedCon. Im nächsten Jahr wird sie wieder im Bonner Maritim stattfinden. Am Jubel des Publikums war deutlich zu erkennen, dass die Mehrheit froh über diese Entscheidung ist. Marc dankte dem Esperanto-Team und allen Con-Helfern, die dieses Jahr erstaunlicherweise alle überlebt hatten, obwohl die Con-Helfer-Shirts rot waren. Red-Shirts eben *bg*.
Schluss. Aus. Die Con war vorbei.
Party
...jedenfalls für die meisten. Das komplette Base Camp One machte weiter. Nach einen guten Essen beim Chinesen ging’s wieder in die Cocktailbar. Und hier ging die Post ab! Es fand die beste After-Con-Party statt! Spaß ohne Ende, ein ausgelassener Marc B. Lee und ein netter Robert Beltran, der sich gut eine Stunde in unserer Mitte aufgehalten hat.
Ja, auch diese Nacht war kurz, der Montagmorgen schrecklich, denn es machte sich nicht nur eine erschreckende Müdigkeit breit (man ist eben doch keine 18 mehr), sondern es hieß auch Abschied nehmen.
Aber wie heißt es so schön: nach der Con ist vor der Con! Wir sind nächstes Jahr wieder dabei! Im Maritim!
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