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FedCon 16
08.06.2007 bis 10.06.2007
von Sabine Ludwig (Arusha)
Jewel war später noch einmal zusammen mit Paul McGillion auf der Con-Bühne, denn inzwischen spielt sie einen wiederkehrenden Charakter bei Stargate Atlantis, genau wie Paul. OK, eigentlich spielt Paul eine der Hauptfiguren, jedenfalls in den Episoden, die bis jetzt in Deutschland ausgestrahlt wurden. Pauls schottischer Dialekt ist bei weitem nicht so ausgeprägt wie der seines Charakters Dr. Carson Beckett, leider. Wer Atlantis im Original gesehen hat, weiß, was ihm fehlt. Paul ist ein Spaßvogel, der mit ernster Miene den größten Blödsinn von sich geben kann. Leider bekam ich von diesem Panel sehr wenig mit. Tja, Mut zur Lücke.
Ein Gast, den ich als Deep Space Nine Fan schon lange einmal sehen wollte, war Armin Shimerman, der den Barmann Quark in DS9 spielte, aber auch als Direktor Snyder in „Buffy“ einen bleibenden Eindruck hinterlassen hatte. Kleiner Mann, ganz groß. Armin enttäuschte in keiner Weise, erzählte unterhaltsam, spannend und witzig. So berichtete er, dass er im Make-up des Quark kaum etwas hören konnte, weil die Ferenghi-Ohren seine eigenen überdeckten, was ganz praktisch war, denn so konnte er das ein oder andere Mal vortäuschen, nichts zu verstehen, wenn eine Anweisung nicht nach seinem Geschmack war.
Das aufwendige Make-up hatte seine Vor- und Nachteile. Ein Vorteil lag darin, dass man so andere Kollegen mit viel Make-up umso besser kennen lernen konnte, weil man Stunden gemeinsam im Make-up-Trailer verbrachte. Sein allerbester Freund aus der Zeit sei René Auberjonois, der Darsteller des Odo. Noch heute treffen sich die beiden regelmäßig. Nachteil des Make-ups: Die Reduzierung des Wiedererkennungswertes. Sein Gesicht ist den Studiobossen nicht bekannt durch Star Trek, obwohl er das doch 7 Staffeln gespielt hat, aber Armin ist so stolz, diese Rolle verkörpert zu haben, dass er sagt: „If the business doesn´t know me because I played Star Trek, then to hell with the business!“ (Wenn die Branche mich nicht kennt, weil ich in Star Trek gespielt habe, dann zum Hölle mit der Branche!) Genau! Auf die Frage, warum Quark als einziger am Ende der Serie die Station nicht verlassen hätte, erzählte Armin, dass er diese Frage Paramount gestellt hätte. Die Antwort: „Quark IST die Station!“ Da ist viel Wahres dran.
Wie immer könnte ich an dieser Stelle seitenlang weitermachen, Zitate aufführen und Anekdoten der Panels berichten, aber das würde den Rahmen sprengen. Irgendwann werde ich mir an einem verregneten Tag mit der FedCon-DVD aus diesem Jahr ein paar gemütliche Stunden machen und alles noch einmal erleben. Ich kann das nur jedem empfehlen.
Was gab es am Rande? Party! Obwohl, ich kenne Leute, die nur wegen der Party ins Maritim kommen. Und das lohnt sich immer. Die Stimmung am Freitag und Samstagabend war wie immer grandios bis in die frühen Morgenstunden. Anthony gab sogar ein kleines Rapp-Konzert, unterstützt von Cirroc.
Was erstaunlich war: Noch nie habe ich so viele Schauspieler auf der Party gesehen wie dieses Jahr:
Paul, Jewel mit ihrem Mann, Laura, J.G., Robert, Garrett, Anthony, Cirroc, Jonathan, Avery, das waren zumindest die, die ich gesehen und mit denen ich teilweise auch gesprochen habe. Paul steht hier bewusst an erster Stelle. Er genoss die Party am meisten …oder sollte man sagen: am intensivsten? Nein, kein weiterer Kommentar von mir.
Morgens um 5 machte allerdings auch die schönste Bar zu. Schlaf? Was ist das? Es ist doch Con!
Tja, irgendwann kommt aber auch auf der schönsten Con das Unvermeidliche: Die Closing Ceremony.
Dirk Bartholomä, der „Macher“ der FedCon, stellte sein neuestes Projekt vor: FedCon USA. Ziel ist es, die Stimmung und Atmosphäre der deutschen FedCon auf eine FedCon in die USA zu transportieren. Ich frage mich allerdings ernsthaft: Wie soll das funktionieren? Die Stimmung? Die wird durch den Enthusiasmus und die Begeisterung der deutschen Fans entfacht. Das kann man nicht einfach exportieren. Also Dirk: Da musst du uns schon mitnehmen. Wer Interesse hat: www.fedconusa.com
Die unzertrennlichen Klingonen J.G. Hetzler und Robert O’Reilly versteigerten Hetzlers Stuhl-Rückenlehne vom Set, bedruckt mit seinem Namen, für 250 Euro und ein -ich nenn es mal- Schild mit den Unterschriften aller diesjähriger Schauspieler für 500 Euro für einen guten Zweck. Suzie Plaxton sang –wie schon beim letzten Mal- in schönem Deutsch das Kinderlied „Guten Abend, gute Nacht“, Anthony rappte noch einmal und die süße Laura versuchte sich mit etwas deutsch.
Dann der Moment, den eigentlich niemand erleben möchte: mit eine Stimme, die nur noch an ein Krächzen erinnerte, rief Marc B. Lee alle Schauspieler ein letztes Mal auf die Bühne. Tosender Applaus und Standing Ovation.
Was für eine Con ging da zu Ende! Emotional, mitreißend und voller guter Laune.
Danke.
Das anschließende Chaos ist jedes Jahr das gleiche. Die meisten reisten ab, und jeder versuchte in dem Durcheinander, so vielen Freunden wie möglich Lebwohl zu sagen. Ich war nur froh, dass ich erst am nächsten Morgen abreiste. So hielt sich der Con-Blues in Grenzen, und man hatte noch etwas Zeit und Ruhe, die Con mit guten Freunden Revue passieren zu lassen.
Denn das ist eine Con: Ein Treffen von guten Freunden oder zukünftigen Freunden, die man einfach nur noch nicht kennt. Es wird eine weitere Gelegenheit geben, sie kennen zu lernen: Auf der FedCon 17 nächstes Jahr.
Ob ich schon angemeldet bin? Was für eine Frage!
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