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FedCon 18
1.5.-3.5.2009 im Maritim Hotel Bonn
Ein Bericht von Alexandra Sikora mit Fotos von Sabine Ludwig
Sonntag:
Christopher Judge schon morgens um Viertel nach Neun! Wer den sehen wollte, musste noch früher aufstehen. Ich selbst hatte kein Bedürfnis danach, aber da ich schon mal wach war, hab ich in der Zeit, in der in der Mainbridge TrekLingThing: die Rainer und Sandy Show lief, während im Holodeck die zweite Autogrammsession stattfand, nochmal einen Streifzug übers Con-Gelände gemacht, auf der trotz allem schon reger Betrieb herrschte, hatte mal Zeit, mir das eine oder andere näher anzusehen, wie zum Beispiel die Ausstellungen im ersten Stock, die wieder wirklich sehr schöne Stücke hervorgebracht haben. Ich bin ja von solchen Fähigkeiten immer beeindruckt, sei es nun mit dem Stift etwas zu zeichnen, oder mit verschiedenen Materialien Modelle nachzubauen oder neu zu entwerfen, und besonders klasse finde ich, welche Ideen die Menschen manchmal einfach haben. Und die Zeit, die sie in ihre Sache investieren. Und unsereiner geht nur mal kurz oder auch etwas länger dran vorbei… Ich war jedenfalls beeindruckt von den meisten Ausstellungstücken, und war dann natürlich gespannt, wer denn die ersten Plätze belegen würde, die Verleihung dazu findet ja traditionell in der Closing Ceremony am Ende des Wochenendes statt. Aber soweit sind wir jetzt ja noch nicht.
Dominic Keating war mir auch heute morgen zu aufgedreht, weshalb ich gleich wieder raus ging aus seinem Panel um halb 12, schaute dann am Ende des Panels von Colin Ferguson und Jordan Hinson rein, die nett erzählten, ich aber keine Ahnung hatte wovon ;-) , und dann war für mich wieder das nächste Panel interessant:
Edward James Olmos, Michael Hogan und Richard Hatch-Panel:
Richard kann etwas später, sodass zuerst nur Edward und Michael auf der Bühne waren. Leider kann ich vieles nicht mehr lesen, was ich da aufgekritzelt habe, sorry, aber ich hab immer noch den Eindruck, dass es ein nettes Panel war. Edward hatte eindeutig die meisten Sprechanteile, aber auch Michael war ein guter Erzähler. Beide erzählten, dass die Skripts für die jeweiligen Episoden von allen gemeinsam gelesen wurden. Sie äußerten sich auch beide positiv dahingehend, dass Adama ein Armee-Offizier war, der auch mal Gefühle zeigte, zumindest dem Publikum, denn diese Szenen waren ja immer in seiner privaten Umgebung. Edward dankte sogar für die schwachen Momente.
Was beiden ebenfalls gut gefallen hatte war die Tatsache, dass es in BSG keine Geschlechter-Diskriminierung gab, ebenso wenig gab es unterschiedlichen Rassen, sondern nur unterschiedliche Kulturen. Besonders Richard Hatch, der dann eintraf, ließ sich darüber sehr positiv aus. Von den Schauspielern wusste keiner, wer die Cylonen unter ihnen waren, bis es in den Skripts dann auftauchte, erzählte Michael. Auf eine Frage aus dem Publikum antwortete Edward, dass Adama in dem Moment, als Laura ihm die Admirals Insignien anheftete, wusste, dass Laura in ihn verliebt war.

Michael Hogan
Edward James Olmos
Richard Hatch
Insgesamt waren alle mit der Serie sehr zufrieden, Richard wiederholte, dass es in seinen Augen eigentlich eher keine Science Fiction Serie sei, sondern „a human drama on highest level“ , also ein menschliches Drama auf höchsten Niveau, und Edward sang zwischendurch. Er wiederholte auch nochmal die Erzählung, wie die Serie entstand: Die Autoren gaben die jeweiligen Episoden den Produzenten, diese danach der Produktion, und nach der Ausstrahlung konnten die Zuschauer weltweit in einem Blog ihre Meinung dazu abgeben, es begannen Diskussionen, deren Ergebnisse die Autoren wiederum in den Geschichten einfließen ließen, was zu einem immer höheren Level der Episoden und Staffeln führte, weil schon nach jeder Diskussion das Level der nächsten Episode/Staffel höher war. Faszinierend wie er das schildert, und die Begeisterung von allen war eigentlich auch in jedem Statement zu hören.
Ein schönes Panel, das wie alle anderen BSG Panels eine ganze Menge Spoiler enthielt, die ich aber hier auslasse, denn es soll ja noch Leute geben, die entweder noch gar nichts, oder aber nicht das Ende gesehen haben sollen (so wie ich, der noch eineinhalb Staffeln fehlen).Erwähnenswert ist hier auch noch die extrem gute Chemie zwischen den BSG-Darstellern, vor allem zwischen Edward und Michael. Kein Zweifel: die zwei mochten und respektierten sich.
Das nächste Panel war dann auf eine andere Art und Weise sehr interessant, weil es sozusagen einen Moderator hatte: Richard Arnold im Star Trek Tribute-Panel! Und wenn ich ihn ansonsten auch nicht sonderlich mag, hier fand ich ihn richtig gut!
Das Star Trek Tribute-Panel:
Das Star Trek Tribute-Panel bestand aus Nichelle Nicols (für TOS), Richard Arnold als Abgesandter für TNG (war ja sonst keiner dieses Ablegers da, und Richard kennt sich damit nun wirklich aus, was er auch bewies), Robert Picardo für VOY, Nana Visitor für DS9 und Connor Trinneer und John Billingsley für ENT.
Aber hier muss einfach gesagt werden, dass dieses Panel beinahe zu einem Nichelle Nicols- Panel mutiert wäre, hätte es Richard Arnold nicht gegeben! Nichelle hat nun mal eine ganz eigene Art der Erzählung, zu der Schnellsprechen und sich kurz fassen eindeutig nicht gehört. Sie kann sehr faszinierend erzählen, aber das ist eben langatmig. Und es kamen sehr viele Fragen an Nichelle, aber auch Fragen an alle, und genau da griff Richard dann immer wieder ein, damit die anderen auch was sagen konnten. Und das fand ich wiederum sehr gut. Natürlich erzählte Nichelle interessante Geschichten aus den Anfängen von Star Trek (die aber natürlich immer die gleichen sind), vor allem natürlich über die Zeit damals und die Bedeutung von Uhura als Frau und als Schwarze für die Nation, erzählte über den besagten Kuss zwischen Kirk und Uhura (das war sehr launig erzählt, obwohl sie sich oft wiederholte und ich dann nicht mehr ganz mitkam beim Schreiben).
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Großen Beifall bekam eine junge Frau aus dem Saal, die erzählte, dass sie komplett Englisch nur durch das Schauen von (allen) Star Trek Serien gelernt hat. „Mein Lehrer war ein Vulkanier!“
Eine launige Frage an die Akteure auf der Bühne war, welchen Star Trek-Charakter sie gerne gespielt hätte. Connor Trinneer erzählte, er wäre am liebsten Porthos (Cpt. Archers Beagle) gewesen, denn: „This dog had the damn best job of all on the set!“ also den verdammt besten Job auf dem gesamten Set; Nana erklärte, dass sie am liebsten Sisko gewesen wäre, John Billingsley wäre gerne Seven of Nine gewesen, Robert Picardo erklärte: „Ich bin verdammt noch mal ein Doktor, kein Hologramm!“, Nichelle wollte Uhura als sehr alte Frau spielen, und Richard Arnold selbst wäre gerne irgend einer der Captains gewesen.
Interessant war dann die kleine Diskussion über Star Fleet. Richard stellte klar, dass Star Fleet nach Gene Roddenberrys Originalidee und eben auch in TOS eine friedliche Forschungseinrichtung gewesen sei, erst in den anderen Serien wurde es militärischer, wobei ENT ja teilweise während der Zeit des 11. September entstanden ist. Den Ursprungsgedanken könne man aber auch an den Rängen von Star Fleet ablesen, die seien nämlich keine militärischen Ränge, sondern Job-Beschreibungen oder auch Job-Titel.
Ja, und dann war auch schon wieder dieses Panel zuende, und damit kam dann das, von dem man schon am Freitag wusste, dass es viel zu schnell kommen würde:
Die Closing Ceremony:
Am Ende eines jeden Con-Wochenendes ist es immer wieder das gleiche: eigentlich will man noch nicht aufhören, aber irgendwie ist man richtig überflutet von tollen Ereignissen, von Begegnungen, von diesem Gefühl, dazuzugehören und ein Teil vom Ganzen zu sein, sodass man eigentlich doch das Ende herbeisehnt, damit das alles auch verarbeitet werden kann. Und so ist die Closing immer ein zweischneidiges Schwert, welches aber erbarmungslos die Ziellinie markiert.
Wie ich schon erwähnte, werden traditionell die Preise für die Ausstellungen (Modellwettbewerb, Zeichenwettbewerb, und was es da sonst noch so gibt) verliehen. Und auch hier versuche ich, die Gewinner aufzulisten und bitte ebenfalls um Nachsicht, wenn hier was Falsches stehen sollte: Beim Modellwettbewerb gewann Dominik Pinhammer mit seinem Modell der Enterprise E aus Legosteinen den dritten Preis, Beate Krebsbach für Ghostbusters den zweiten Preis, und Kai Bölke gewann den ersten Preis für die Stargate Stab-Waffe. Bei den Zeichnungen belegte Uwe Hax (?) den dritten Platz für sein Portrait, Inga Köhler den zweiten Platz mit ihren Zeichnungen, und den ersten Platz belegte Sandra Bauer mit ihrer Zeichnung „Dreigestirn“ (Terminator, Predator und Alien, wenn ich mich richtig erinnere).
Marc B. Lee versteigerte dann noch das Klingonen-Symbol, das die Klingonengruppe (die sozusagen direkt vor dem Hauptsaal lagerte und zeitweise durch laute Gesänge das ein oder andere Panel „akustisch untermalt hatte“) selbst erstellt hatten, für 1000 (!) € für einen gemeinnützigen Zweck, Max Grodenchik begeisterte und mit einer speziellen Version des Liedes „Lily Marlen“ , in dem es um Rom und seine Leeta ging (Wann wird er mit Leeta gehen?), klasse gedichtet, klasse vorgetragen, einfach super das Ganze, besonders da es komplett in deutsch war!
Und Robert Picardo, der auch gut Deutsch spricht, trug einen Ausschnitt aus einer Oper mit neuem deutschen Text von ihm (“Oh wie so trügerisch sind Weiberherzen“). Jedenfalls sehr klasse und launig, und damit kam das unzweifelhafte Ende der Closing, die Gäste wurden nochmal alle auf die Bühne gerufen und erhielten tosenden Beifall. Und diesmal, zu der ebenfalls traditionellen Abschlussmusik, tanzten die Akteure alle ausgelassen, besonders angeregt durch eine junges Mädchen, welches zu Christopher auf die Bühne durfte und erst ihn und dann einen nach dem anderen zum Tanzen aufforderte. Das machte nochmal eine tolle Stimmung, und mit viel Applaus wurden alle dann von der Bühne geleitet. Im Anschluss daran gab es noch die Fotos des Wochenendes, auf der Leinwand.
Das also war sie, die 18. FedCon. Beim Verlassen des Hauptsaales waren alle draußen schon beim Abbau, man schob sich durch die große Masse, immer auf der Suche nach Bekannten und Freunden, um ein Bye Bye und bis zum nächsten Jahr loszuwerden, sich aber auch für den Abend noch zu verabreden (wer denn zu den Glücklichen zählte und den Montag als Abreisetag wählen konnten). Aber wann auch immer man abgefahren ist, eines ist sicher:
Wir werden uns wiedersehen, nächstes Jahr, wieder hier, wieder in Bonn, zur größten Science Fiction- und Fantasy-Convention der Welt, der
FedCon XIX, vom 30. April bis 2. Mai 2010 im Maritim Hotel Bonn!
Text: Alexandra Sikora, Fotos: Sabine Ludwig, für Fantastik-online, August 2009
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