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Ringcon 2009
von Sabine Ludwig
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Die Panels:
So, nun aber zu den Panels. Was interessierte mich am meisten? Eigentlich das „Alt-Bewerte“, denn wenn Mark, Lori, endlich auch wieder unser heiß geliebter Craig, Bruce und Jarl auf der Bühne sind, biegen sich die Zuschauer vor Lachen. Egal in welcher Kombination: die „Herr der Ringe“-Darsteller sind einfach grandios. Lori zeigte einen zum Schießen komischen Film mit sich selbst in der Hauptrolle „Mrs. Bracegirdle in therapy“ (sie litt unter „Hobbitimania“, bildetet sich ein, ein Hobbit zu sein und wurde durch Dr. Springle, gespielt von Craig, geheilt.), Bruce und Lori holten sich Fans auf die Bühne für –ich nenn es mal- „Partyspiele“. Mark und Craig feierten ihre „Wiedervereinigung“ mit einen Duett „Reunited“. Jarl, Lori, Craig und Mark spielten „Twilight“ nach. Zusammen mit Jarl gab es dann noch ein Stück über zwei Holzfäller-Freunde (gespielt von Craig und Bruce) die –man kann es kaum beschreiben, was die alle da veranstalteten- um die Gunst des Waldes (dargestellt von den anderen. Nein, nicht von Mark. Der gab wie so oft den Erzähler) tanzten, einen Baum fällten, einen Waldbrand verursachen und diesen dann gemeinsam löschten. Was haben zwei einsame Holzfäller im Wald zum Löschen dabei? Na, was wohl: Sie pinkeln das Feuer aus. (da hab ich mich kaum noch vor Lachen auf dem Stuhl halten können) Besonderes Highlight: Mitten unter den Bäumen war Kyle Schmid zu finden, der jeden Spaß mitmachte. Göttlich. Soviel Komik hatte ich dem schnuckeligen Kerlchen gar nicht zugetraut. Bei einer weiteren Nummer wurde die „Herr-der-Ringe“ Riege von den zwei anwesenden und extrem sympathischen Synchronsprechern Annina Braunmiller (sie synchronisiert Bella aus „Twilight“) und Max Felder (die Stimme von Ron Weasley aus „Harry Potter“) tatkräftig unterstützt. Es gab sozusagen eine Life-Synchro. Sehr spaßig.
Wie immer: es lässt sich nur schwer wiedergeben, mit welchen Späßen, Spielen und Sprüchen diese Schauspieler uns zu unterhalten wissen. Ich kann nur wie jedes Jahr empfehlen: kauft euch die DVD. Oder noch besser: Kommt vorbei und guckt euch das live an. Es gibt nichts Besseres gegen schlechte Laune als diese begnadeten Stand-up-Comedians!
(Anregung für den Veranstalter: das wäre doch mal ne Extra-DVD wert: das Beste von Mark, Craig und Co.). -
Was gab es sonst noch? Natürlich Kyle Schmid, dessen Serie „Blood Ties“ zu meinen absoluten Lieblingsserien gehört. Wie schon erwähnt. Der Mann - (ja, ja, ich hör schon wieder den Einen oder Anderen sagen: „Das ist noch kein richtiger Mann.“ - Ist mir aber egal, was andere meinen!) - ist einfach bildhübsch und hat mit das gewinnendste Lächeln, das ich kenne. Nur war er beim ersten Panel extrem nervös und fast schüchtern. Vor so vielen Menschen, nein, da hatte er noch nicht gestanden. Dennoch beantwortete er freundlich und ausführlich jede Frage, zum Beispiel nach seinem neuen Film, in dem es um schnelle Autos und schnelle Frauen ginge. Er erzählte, dass er neben dem Schauspielen auch schreibe und gerne weitere Dinge wie Regieführen und Produzieren machen würde, aber nur dann, wenn er sie 100%ig gut machen könnte. Serien würde er gerne wieder drehen, denn die „familiäre Atmosphäre“ am Set sei etwas sehr gutes.
„Blood Ties“ ist für ihn, so erzählte er, ein abgeschlossenes Kapitel, an das er jedoch gute Erinnerungen hat. Das Schauspielen, das wäre für ihn wie eine Art Therapie, bei der er so viel von sich selbst geben würde, dass es fast so wäre, als wäre man nackt vor den Leuten. Auch würde er sich nie weigern, eine geforderte Szene zu drehen. Selbst eine Spinne würde er anfassen trotz seiner Spinnenphobie, wenn es die Rolle erforderte. Je länger und öfter Kyle auf der Bühne stand (zwei Panel, Opening, Closing und zwei Auftritte mit der verrückten „Herr-der-Ringe“-Truppe) umso lockerer und selbstbewusster wurde er. Na ja, vielleicht hat es ja auch seinem Ego geschmeichelt, dass bei seiner Fotosession so viele Fans anstanden, dass die Schlange den geplanten Zeitrahmen sprengte. Doch Kyle erklärte sich für eine zweite Fotosession bereit. Klasse! Und wenn man den Worten der Offiziellen glauben darf (nein, es ist wohl weniger eine Frage des Glauben als des Machbaren) dann werden wir nächstes Jahr Kyle, den fehlenden Dylan und die Dritte im Bunde, Christina Cox, zusammen auf einer Bühne bewundern können. DAS wäre dann ein echtes Highlight! -
Mathew Lewis war lediglich am Sonntag anwesend und leider habe ich sein Panel verpasst. Ich schreibe leider, denn jeder mit dem ich gesprochen habe, war sehr angetan von ihm und seinem kurzweiligen Auftritt. Schade für mich, aber nicht immer klappt die Terminplanung so wie man das sich vorstellt. -
Da mir schon am ersten Tag das „Twilight“-Fieber zu viel wurde, habe ich keines der Panels der „Twilight“-Schauspieler besucht, was nicht an den Schauspielern selbst lag. Gerade Daniel Cudmore schien mir sehr sympathisch zu sein und fiel mit seinen über zwei Metern und seinem attraktiven Äußeren natürlich sofort ins Auge. Neben ihm sah wirklich jeder wie ein Hobbit aus. -
Der Kostüm-Wettbewerb:
Was natürlich auf einer Ringcon zum Pflichtprogramm gehört, zumindest für mich als Kostümfan, war eben der Costume-Contest. Hier gab es wieder das ein oder andere Highlight: Eine moderne Haradrim tanzt anstatt Bauchtanz mal Hiphop (Klasse gemacht! Die Einen oder Anderen werden Ramona kennen. Im letzten Jahr begeisterte sie als Kater aus „Shrek“ bei den Ringstars), Jessica Schamma erschreckte als düsterer Lord Voldemort, eine leibhaftige Mary Poppins inklusive Wunder-Tasche und Enten-Kopf-Schirm erschien uns (sie sah wirklich unglaublich echt aus, die beste Nanny der Welt). Aber der Oberhammer, das waren die Bräute Draculas aus „Van Helsing“, nicht etwa wunderschön in den exotischen Kleidern, die die drei Frauen oft im Film tragen, sondern als wahr gewordene Alpträume mit Fledermausflügeln, knochigem Körper und Blut an den Lippen. Und dann tanzten die Drei auch noch (und das, obwohl eine von ihnen an einem Bänder-Riss litt und eine Schiene tragen musste). So ein Kostüm hatte die Con noch nicht gesehen!!!
Mal abgesehen vom Wettbewerb auf der Bühne gab es natürlich auch den Publikums-Award. Edward mit den Scherenhänden sammelte ebenso Punkte wie zwei Rohirrim samt Pferd mit Vollausstattung. Kennt ihr die zwei noch? Die Pferde haben wirklich alles dabei, was der Reisende braucht, diesmal sogar auch eine Knoblauchzehe gegen die Übermacht der Vampire. Doch auch die Zehe half nichts. Die Rohirrim verloren knapp gegen … ich hab es boshaft als H&M-Outfit bezeichnet (weil sich so ein Outfit „mal eben“ bei jedem Bekleidungsgeschäft zusammen kaufen lässt und wenig „Eigenbau“ erfordert), es stellte das Baseball-Outfit der Cullen-Vampire aus „Twilight“ dar. Ja, ich verärgere hier wieder die „Twilight“-Fans. Aber mal ehrlich: „Twilight“ bietet nun mal nicht viel für Kostümfans. Wie kann also so ein Outfit gegen andere gewinnen? Meines Erachtens hat hier Quantität (ja, es waren nun mal sehr viele „Twilight“-Fans anwesend) gegen Qualität gewonnen.
Was Qualität und Kreativität anbelangt schossen die drei eingereichen Video-Filme den Vogel ab, bezeichnenderweise alle drei ganz oder teilweise auf „Herr der Ringe“ basierend. Platz 3 belegte ein herrlicher musikalischer Wettstreit zwischen „Herr der Ringe“ und „Fluch der Karibik“ auf den Klassiker „Everything you can do I can do better.“. Platz 2 war ein extrem lustiger „Herr-der-Ringe“- Szenenzusammenschnitt auf das Lied der Ärzte „Lass die Leute reden“ und Platz 1 war ein Liedeslied an den beliebtesten Elben der Ringcon: Haldir!
Die Pause, in der die Juroren sich zur Beratung immer zurückziehen, wurde uns in diesem Jahr durch Ben Schamma verkürzt, der sich mit seinem Auftritt einen eigenen Traum erfüllte (und dementsprechend nervöser war als selbst bei seinen schwierigsten Stunt-Auftritten): er imitierte Michael Jackson. Und das wirklich richtig gut! Danke dafür, Ben! –
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Konzerte und Parties:
Was wurde sonst noch geboten? Zwei Konzerte, Bobby Long am Freitagabend und erneut John Kelly mit seiner Maite Itoiz am Samstagabend. Leider kann ich auch darüber nicht berichten, denn ich war nicht da. Bobby Longs Konzert fand im Rahmen des groß angekündigten Vampirballs statt, den ich zwischendurch besucht habe (nur eben nicht während des Konzerts). Ich war etwas enttäuscht. Der kleine Saal war zwar schön abgedunkelt und in rotes Licht getaucht, aber irgendwie trotzdem ohne Atmosphäre. Es war zu voll, die Musik sollte „dem Anlass entsprechend“ sein, verleitete aber dadurch nicht zum Tanzen, sondern nur zum Rumstehen. Lediglich einige gezeigte Aufrührungen (darunter ein gut gemachter Ausschnitt aus dem „Tanz der Vampir“, für Kenner: das Schlusslied) waren Highlights. Dagegen waren die Partys in der Pianobar und im Tanzbereich davor wieder super! Und so mancher tanzte die ganze Nacht hindurch.
Am unvermeidlichen Schluss stand wie immer die Closing, auf der Marc B. Lee noch einmal betonte, das bei der Ringcon der Schwerpunkt immer noch auf dem Ring läge und verkündete den Termin für die Con im nächsten Jahr: 15.-17. Oktober. Und auch wenn ich an vielen Stellen Kritik geübt und mich an dem Wochenende so manches Mal aufgeregt habe: Das, was nach Abzug der Kritik übrig bleibt, ist immer noch ein so großes Vergnügen und ein so wunderbares Treffen von Gleichgesinnten, dass ich nicht einen Moment zögere, wenn ich verspreche: Ich bin auch beim nächsten Mal wieder dabei.
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Text und Fotos von Sabine Ludwig, Fantastik-online, November 2009.
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