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MADDRAX: die Reise zum Kratersee

von Dr. Robert Hector

Die SF-Horror-Fantasy-Serie „MADDRAX - Die dunkle Zukunft der Erde“ aus dem Bastei-Verlag scheint sich zu einer Kultserie zu entwickeln. MADDRAX, das ist die postapokalyptische Erde nach einem Kometeneinschlag. Ein Road Movie in Heftromanform, in dem die Helden die Kontinente der verfluchten Erde durchstreifen und sich mit mutierten Ratten und Insekten, mit nomadisierenden Barbaren und mysteriösen Unterwasserwesen, mit degenerierten Menschen und Telepathen auseinandersetzen müssen.

Bei MADDRAX riecht es noch nach Blut, Schweiß und Tränen, da lästert man mal über die Religion und lässt die Heiligen Drei Könige auferstehen, lässt Männer als Samenspender benutzen und Frauen ihren gierigen Gelüsten nachgehen. Und da dürfen auch mal gottergebene Reverends Ungläubige mit dem Revolver bekehren.

In MADDRAX erleben die Leser die heutige Erde im Zerrspiegel der Katastrophe, vertraute Städte erkennen sie im Zerfall wieder. In einem Leserbrief heißt es: „Dann ist mir MADDRAX in die Hände gefallen und es hat mich nach dem ersten Band gepackt, das langvermisste Kribbeln“.

MADDRAX ist eine SF-Serie für alle, für die „Perry Rhodan“ zu lasch und abgehoben ist, die die Nase voll haben von immer gleichen Konflikten und politisch korrekten Charakteren, die zu Kosmokraten und Thoregons nur noch „aaarghhh“ sagen und für die die PR-LKS zu einer Jasagerspalte degeneriert ist.

MADDRAX, das erinnert an den Rhythmus von Rio Reiser und seinen „Tone, Steine, Scherben“, die da einst sangen: „Macht kaputt, was euch kaputtmacht.“ Und da wird endlich auch mal die Wahrheit gesagt und nicht politisch korrekt geduckt: „Er wusste von der Skrupellosigkeit der neuen US-Regierung, mit der sie ihre Ziele durchsetzte. Und diese Ziele heißen: an der Spitze stehen und alle anderen kontrollieren, aufstrebende Zivilisationen klein halten und potentielle Feinde so bald wie möglich ausschalten. Koste es was es wolle.“ (MX 67, S. 49). Diese Worte stammen natürlich aus dem Jahr 2518.

Maddrax - da fühlt sich mancher (Alt-)Leser an alte Comiczeiten erinnert: Da gab es Ende der 1960er Jahre die Comicserie ANDRAX um den olympischen Zehnkämpfer Michael Rush, der, von einem verrückten Wissenschaftler in Tiefschlaf versetzt, postatomare Zeitalter durchkämpft. Die Comics um STORM und WARLORD sind ebenfalls in postatomarer Zeit angesiedelt, wo Magie und Abenteuer eine Rolle spielen.

Der Bastei-Verlag hatte Mut, trotz des Geredes um den Niedergang der Heftromane in Konkurrenz zu den neuen Medien (Computerspiele, Internet usw.). Nach den letzten drei vergeblichen Versuchen (Terranauten / Rex Corda / Commander Scott) könnte diesmal eine wirkliche Gefahr für Perry heraufziehen. MX könnte neben dem großen Bruder Bestand haben.

Es begann 1996, als Michael Schönenbröcher ein Exposé mit dem Titel „Amber 2500 a.D.“ ersann - die Geschichte der Wissenschaftlerin Amber Floyd, die im Kälteschlaf den dritten Weltkrieg übersteht und 500 Jahre später in einer postnuklearen Welt erwacht, die sie mit dem Barbaren Dorrn durchstreift. Doch in den höheren Etagen von Bastei hielt man eine SF-Serie im Heftformat für chancenlos.

Drei Jahre später hieß es plötzlich: Wie wär`s mit einer neuen SF-Serie? Der Redakteur aktualisierte das Amber-Exposé: Miss Floyd mutierte zu Commander Matthew Drax, und Dorrn zur Barbarin Aruula. Und Barbaren sprachen Matt Drax als „Maddrax“ aus.

Ursprünglich sollte die Heftserie mit einem Taschenbuch von Wolfgang Hohlbein eingeführt werden - doch dessen Terminplan war zu voll. Das gemeinsame Brainstorming floss aber ebenfalls ins Expo ein. Und so wurden aus dem Weltkrieg ein Komet namens Christopher Floyd und als dem Kälteschlaf ein Zeitsprung.

Dann suchte man geeignete Autoren. Jo Zybell hatte gerade einen Western geschrieben, in der ein grandios geschilderter Held in einer schier ausweglosen Situation steckte. Die war genau die Art von Figur, die dem Redakteur für Matt Drax vorschwebte. Zybell entwickelte sogleich eine eigene Sprache für die Neo-Barbaren. Timothy Stahl, Bernd Frenz und Michael J. Parrish machten ebenfalls mit, genau wie Altmeister Ronald M. Hahn. Zuletzt stieß Claudia Kern zum Team, die bereits hervorragende Zamorra-Romane geschrieben hatte.

Nun wurde das Serien-Exposé aufgebaut. Jeder bringt seine eigenen Ideen mit ein. Gemeinsam legt das Team den groben Verlauf fest. Aus den Regionen, die Matt bereist, ergeben sich die Szenarien der einzelnen Romane. Der Autor hat eine Idee, bespricht sie mit der Redaktion, zusammen wird ein Exposé daraus gemacht, und das verknüpft der Regisseur dann mit den roten Fäden. Sie sind die allermeisten Romane in sich abgeschlossen, und die Handlung wird dennoch vorangetrieben. Steht das Expo, wird eine Cover-Beschreibung angefertigt, die meist der spanische Maler Koveck umsetzt.

Die Internetseite (www.maddrax.de) wächst kontinuierlich; dort liegt auch Pen&Paper-Rollenspiel von Uwe Simon zum kostenlosen Download bereit. Es gibt zwei Hardcover von Jo Zybell („Apokalypse“, „Genesis“), eine Taschenbuchreihe und ein Comic-Album. Dazu etliche Fanartikel wie eine Stahltasse und einen Soundtrack. Ein PC-Game solle Ende 2003 fertig sein. Maddrax hat dem Deutschen Phantastik-Preis 2001 als Beste Serie und Jo Zybell als Bester Autor gewonnen.


Alles beginnt im Jahr 2011. Zwei schottische Hobbyastronomen namens Marc Christopher und Archer Floyd entdecken in Höhe der Saturnbahn einen Kometen. Kein astronomisches Fachbuch, keine noch so alte astronomische Aufzeichnung beschrieb einen Himmelskörper, mit dem man ihn identifizieren konnte. Keine babylonischen, keine chinesischen, keine ägyptischen. Und die Datenbanken der NASA schon gar nicht. „Christopher-Floyd“, wie der Komet nach seinen Entdeckern genannt wurde, war wie ein kosmisches Rätsel aus den Tiefen des Alls aufgetaucht.

Christopher-Floyd war ein galaktischer, aus Fels und Eis bestehender Brocken von über acht Kilometern Durchmesser. Mit einer Geschwindigkeit von fünfzig Kilometern pro Sekunde raste er der Erde entgegen.

Die Romanserie beginnt am 8. Februar 2012, dem Tag des Einschlags des Kometen auf der Erde. Eine Dreier-Jet Staffel wurde zur Beobachtung des Kometen ausgeschickt:
Der Jet „Eagle-1“ mit Commander Matthew Drax und Professor Dr. Jacob Smythe (Professor der Astrophysik und Doktor der Medizin). In der zweiten Maschine saßen Irvin Chester und Lieutenant Hank Williams, in der dritten Maschine Professor David McKenzie (Astrophysiker) und Lieutenant Jennifer Jensen.

McKenzie schrie: „Meine Messungen zeigen hohe Werte an. Woraus auch immer der Kern besteht - er strahlt wie eine Röntgenlampe!“

Der Kometeneinschlag erfolgte um 16:42 Uhr am 8. Februar 2012, in der Nähe des Baikalsees.

Geschildert werden die Impressionen von Matthew Drax:
„Als würde er in einer Zentrifuge sitzen, sah er Himmel, Erde und den Kometen um sich herumwirbeln. Dazwischen das aufblitzende Blau eines anderen Jets, die plötzlich in grün getauchte Sichel des Mittelmeers, die rotflammenden Alpengipfel, die violetten Flussläufe.
....
Etwas geschah. Der Jet schien plötzlich zwei Spitzen zu haben. Im Süden leuchteten zwei grüne Sicheln neben zwei stiefelartigen Landmassen. Sämtliche Kontrolllampen schienen sich zu verdoppeln. Selbst die eigenen Hände sah Matt zweifach.
...Er sah noch die Dampfsäulen zweier gigantischer Pilze in den Himmel schießen...“

Es schien so, als wäre es bei dem Einschlag zu einer Duplikation der Realität gekommen.

Matt stürzt in den Alpen ab und wird von den rattenartigen Taratzen bedroht. Die Barbarin Aruula rettet ihn und sieht in ihm einen Gott: „Maddrax“. Matt ist durch einen Zeitsprung ins Jahr 2516 gelangt.

In der Folgezeit durchstreift Matt mit Aruula auf der Suche nach seinen verschollenen Kameraden das postapokalyptische Europa. In England trifft er auf Menschen, die in Bunkern überlebt haben. Bald darauf gelangt er nach Nordamerika.

In Band 50/51 fliegt Matt Drax mit einem Space Shuttle zur Internationalen Raumstation ISS, die immer noch im Orbit kreist. Aufnahmen zeigen ihm Topologie und Topographie rund um das Einschlagzentrum - das Gebiet des ehemaligen Baikalsees: Ostasien sieht aus, als hätte eine annähernd zweitausend Kilometer durchmessende Faust eine entsprechend große Landmasse einfach aus dem Kontinent herausgeschlagen. Ein fast kreisrundes Meer dehnt sich von der Pazifikküste bis ins ehemalige Kasachstan und nach Nordwestchina aus. Die Mongolei ist praktisch von der Erdoberfläche verschwunden, Sibirien halbiert und auf eine vielleicht fünfzehnhundert Kilometer breite Landbrücke zwischen dem Kraterozean und dem Nordpolarmeer reduziert, und das ehemalige Korea ist jetzt eine Nachbarinsel von Japan.

Die letzte Aufnahme des Kraterozeans stammt vom Februar 2516, als Matt hier in der Zukunft gestrandet war. Das Video zeigt das neue Meer und seine Küsten, Halbinseln und wenigen Inseln. Sogar Gebäudekomplexe, ja Schiffe und Straßen sind zu erkennen. Und ein pulsierendes Licht in der Mitte des neuen Ozeans.

Das Wasser leuchtet grün, wie die großen Kristalle, die an mehreren Stellen der Erde aufgetaucht sind und seltsame Wirkungen auf Organismen entfalten.

Paralleldateien enthalten Messdaten. Lufttemperatur: 18 Grad Celsius. Wassertemperatur: 23 Grad Celsius; Wassertiefe: 867 Meter; Luftdruck: 1042 hPa: Luftfeuchtigkeit: 82 Prozent; Intensive Strahlung, die der Rechner als nicht definierbar bezeichnet: Ohne Zweifel die CF-Strahlung, aber in einer Intensität wie an keinem anderen Gebiet der Erde.

Dateien mit Infrarot-Aufnahmen liefern weitere Details. In den Jahren der Eiszeit, als das Einschlagsgebiet längst abgekühlt war, zeigen die Aufnahmen Wärmekonzentrationen unter der Wolkendecke, meist traubenartige Zusammenballungen. Es gibt wenig Wärmeabstrahlung an den Küsten, dafür hohe Konzentrationen unter der Wasseroberfläche. Die Infrarotaufnahme aus dem vergangenen Jahr jedoch deckte Wärmequellen nicht nur im Kraterozean selbst, sondern vereinzelt an seiner Nord- und konzentriert an seiner gesamten Südküste auf.

Im Wasser des Kraters gab es Leben zu einer Zeit, als sämtliches Leben in dieser Gegend ausgelöscht war. Und innerhalb von nicht einmal hundertfünfzig Jahren bildeten sich Lebensformen an der Küste des Kratermeeres. Lebensformen, die Schiffe und Häuser bauen können.

Vielleicht sind die Wesen aus dem Kratermeer gestiegen, um an Land zu leben.



Der Rote Faden der gegenwärtigen Handlung ist die Suche nach der Kratersee.

In Portland, wo die Eisgrenze verläuft und die Nächte zwei Stunden und die Tage 22 Stunden dauern, wollen Matt Drax und seine Gefährten einen Eissegler zusammenbauen. Doch plötzlich fliehen die Bewohner auf See - und die Zurückgelassenen werden von Maulwurf-Mutanten bedroht, die nachtaktiv sind und wegen der kurzen Dunkelphasen hungrig und aggressiv werden. (Band 60, Jenseits der Dämmerung, von Claudia Kern).

Mit dem Segler fährt man bis Höhe Vancouver. Hier werden die Gefährten getrennt. Während Matt ins „Reich der Tausend“ gelangt, eine Wohn/Geschäftsanlage unter russischer Regierung, die wegen Jahrhunderte langer Inzucht und Verdummung langsam vor die Hunde geht, finden sich Aiko und Aruula bei einer marodierenden Ex-Nato-Truppe wieder. Letztlich sind diese intelligenten Soldaten genau das, was dem Reich zur Regeneration fehlt, aber bis sie sich schließlich vereinen und den Zaren entmachten, kommt es noch zu einigen Kämpfen (Band. 61, Im Reich der Tausend von Ronald M. Hahn).

Über der völlig in Eis verborgenen Stadt Edmonton steht eine geheimnsivolle leuchtende Lichtsäule. Man stößt auf ein fremdartiges Wesen stößt, das die Überlebenden von der Stadt lenkt und genetische Experimente durchführt (Band 62, Auf dem Gipfel der Welt, von Jo Zybell).

Matthew, Arruula und Aiko entdecken eine Insel, die völlig eisfrei ist und auf der eine Festung wie zu Zeiten Dschingis Khans steht. Sie begegnen dem Trugbild eines mongolischen Barbaren, der mit einem Organismus verbunden ist, der ihm seit 300 Jahren seine Wünsche erfüllt. Nun ist der Körper verbraucht, und der Organismus sucht ein neues Opfer. Die Gefährten haben Mühe, einer Festung zu entkommen, die sich nach Belieben verändert und über die der Feind die vollkommene Kontrolle hat (Band 63, Das Rätsel der Insel, Michael J. Parrish).

In den eisigen Weiten Kanadas finden die Gefährten eine Missionsstation, die ein faszinierendes Geheimnis birgt: einen Altar, von dem aus die Träume eines Menschen und manchmal sogar seine Zukunft in den Nachthimmel abgestrahlt werden. Im Jahr 2436 nahm Reverend Despair, südlich von hier einen angeblichen Gott gefangen und brachte damit unendliches Leid über die Anbeter, bis er ihn in dieser Station verstecken konnte (Band 64, Quell der Träume, von Claudia Kern).

In der Nähe von Dawson stoßen Matt und seine Gefährten auf eine Glaskuppelstadt im Eis, eine Biosphäre, die einst von dem kanadischen Milliardär und Science Fiction-Fan Claude de Broglie mitfinanziert wurde. Als die Gefährten ankommen, ist die Stadt durch unterirdische Lavaströme bereits dem Untergang geweiht - aber davon wissen nur wenige Einwohner. Die Mitglieder des de Broglie-Clans wollen die Stadt mit einem Zeppelin verlassen. Doch der Vulkan bricht aus und gibt ein fliegendes Lavawesen frei, das Matthew nach Osten verschleppt (Band 65, Die gläserne Oase, von Ronald M. Hahn).

Während Aiko und Aruula mit dem Zeppelin eine Rettungsaktion für Matthew Drax starten, stürzt er mit dem Vulkanwesen über der vereisten Fläche des Great Bear Lake ab. Der Kadaver eines walähnlichen Wesens, in dem er Zuflucht sucht, ist seine Rettung. Matt entdeckt, dass die Wale Teil eines Bio-Systems sind, in dem es Jäger und Gejagte gibt. Aiko und Aruula retten ihn aus der Gewalt eines Eskimo-Volkes, das ihn den Walen im Großen Bärensee opfern wollte (Band 66, Der Preis des Überlebens, Jo Zybell).

Matt und seine Freunde treffen in Kanada auf Inuit, die die Legende von der Eisfrau fürchten. Die Wissenschaftlerin Dr. Amber Floyd überstand die Kometenkatastrophe in einer Kälteschlafkammer, zerfällt aber nach ihrer Wiedererweckung zu Staub. Matt und seine Gefährten treffen auf einige Rebellen der Organisation Running Men unter Führung von Mr. Black. Mr. Black ist ein Klon des früheren US-Präsidenten Arnold Schwarzenegger (Band 67,
Spielball der Götter, von Michael Schönenbröcher).



Was hat es mit Christopher Floyd auf sich? Jo Zybell macht in seinem Buch „Apokalypse“ einige Andeutungen.
„Die Aura des Sols steht im Zentrum der symbiotischen Einheit. Lange war es her, seit seine Lebens-Aura aus der Mitte des Wandlers durch alle symbiotischen Einheiten pulsiert war.

Es scheint neben CF auch andere Kometen zu geben (Aopkalypse, Seite 246):
„Sie streben ihren Zielen entgegen, genau wie wir. Sie werden das Andenken Daa`muurans zu fernen Sternen bringen, genau wie wir. Sol`daa`muuran geleitet sie, genau wie er uns geleitet.

In sieben Wandlern waren sie aufgebrochen. Jeder trug neunundvierzig symbiotische Einheiten. Und in jeder Einheit glühten siebzig mal siebentausend Lebens-Auren.“

Die Fremden (Lan?) diskutieren über ihr Ziel: „Wir werden durch ihre Augen sehen, mit ihrer Haut fühlen und mit ihren Händen greifen.“


Das klingt nach „Puppet Masters“ von Robert Heinlein. Eine symbiotische Lebensform greift nach der Erde und übernimmt die einzelnen Menschen. Die grünen Kristalle könnten ihr Lebenselixier sein.

In Apokalypse, Seite 198ff, heißt es: (Dr. Smythe über den Kometen): „Das ist doch nicht die Röntgenstrahlung! Da ist noch was!...Was ist mit diesen verdammten Neutronen?...Woher kommt deine ganze Masse?
Die Röntgenstrahlung des Kometen wurde analysiert: Protonen, Elektronen und auffällig viele Neutronen.
Ein rhythmisches elektromagnetisches Spannungsfeld. Baut sich in zeitgleichen Intervallen auf und ab...0,8 Sekunden.
Sieht aus wie die Ableitung eines EEGs. Als würde im Kometenkern etwas pulsieren.

Über den Kometenschweif heißt es:
Die Ausgasung aus dem Innern des Kometen bildeten in Wechselwirkung mit dem Sonnenwind den gewaltigen Plasmaschweif und verursachte gleichzeitig eine Jet-Wirkung wie das Düsentriebwerk einer Rakete. Aber Christopher Floyds Gasausbrüche waren nach Smythes Berechnungen nicht stark genug, um für den chaotischen Kurs des Himmelskörpers verantwortlich gemacht werden zu können.
Es sieht aus, als hätte er uns ins Visier genommen, stammelte Dave. Als würde irgendein Gott mit dem Klumpen auf uns zielen.

Er scheint aus Millionen von zusammengeklumpten Gesteinsbrocken zu bestehen...


Also: Der Große Auslöscher beherbergt Aliens, wahrscheinlich eine symbiotische Lebensform. Ihre Motive sind unbekannt. Warum suchten sie sich ausgerechnet die Erde als Ziel aus?


Jo Zybell`s „Pilotroman“ „Apokalypse“ schildert in eindrücklicher Weise das Schicksal einiger Menschen in der Zeit vor der Katastrophe. Da sind die beiden Hobby-Astronomen Archer Floyd und Marc Christopher, die den Kometen als erste entdecken. Da ist Commander Matthew Drax, der vor den Trümmern seiner Ehe steht. Da ist der Wissenschaftler Professor Dr. Jacob Smythe, ein Mann zwischen Genie und Wahnsinn, getrieben von der Gier nach Erkenntnis. Da ist Herbert Fuchs, eine ehemaliger Drogendealer, der nach einigen Jahren Knast als frisch Entlassener Dortmund erkundet. Und dort in einer Currywurstbude eine Schlägerei mit dem Lover seiner ehemaligen Freundin anfängt. Und da sind noch einige andere Mitglieder der Gattung Homo sapiens, die langsam aber sicher die Unausweichlichkeit der kommenden Katastrophe anerkennen müssen. Das Leben gerät aus den Fugen - global, aber auch persönlich für jeden einzelnen Menschen.